
Das Bruttoinlandprodukt BIP legte 2025 nur mässig zu. Ein Wachstumstreiber gewann zum Jahresende wieder etwas an Schwung und doch siegten die USA.
Die Schweizer Volkswirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent gewachsen.
Das reale Bruttoinlandprodukt BIP stiegt im 4. Quartal 2025 um 0,2 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am heutigen Montag auf Basis seiner Schnellschätzung bekanntgab.
Internationale Herausforderungen
Das Jahreswachstum der Schweizer Volkswirtschaft lag damit 2025 leicht über dem Vorjahreswert von 1,2 Prozent.
Allerdings habe der Zuwachs der Schweizer Wirtschaft deutlich unter dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum seit 1981 von 1,8 Prozent gelegen, hiess es weiter.
Das herausfordernde internationale Umfeld habe die exportorientierte Industrie gebremst, führte das Seco zu den Hintergründen aus.
Insgesamt trug der Industriesektor – wie bereits in den beiden Jahren zuvor – nochmals negativ zum BIP-Wachstum bei.

Die schwache Entwicklung der europäischen Industrie belastete in den vergangenen Jahren deutlich.
Gemeint sind wohl hauptsächlich die strauchelnde Automobilindustrie in Deutschland, Frankreich und Italien sowie der Maschinenbau generell.
Seit Anfang 2025 prägen zudem die höheren US-Zölle und die damit verbundene Unsicherheit die Entwicklung.
Zur Schwäche Europas und den US-Strafzöllen gesellte sich als drittes Übel für die Schweizer Volkswirtschaft noch der starke Schweizerfranken hinzu.
Pharma glich etwas aus
Der Schweizer Franken wertete sich im April 2025 stark auf und blieb auch danach im historischen Vergleich hoch bewertet.
Die weniger konjunktur- und wechselkursexponierte Pharmabranche registrierte 2025 erneut ein Wachstum der Wertschöpfung, was die Rückgänge in anderen Industriebereichen aber nicht vollständig kompensierte.

Der Dienstleistungssektor sei im historischen Vergleich hingegen überdurchschnittlich gewachsen.
Insbesondere der Finanzsektor und der Handel zeigten bereits in der ersten Jahreshälfte bedeutende Wertschöpfungsanstiege.
Hinzu kommt auch eine stabilisierte Konsumstimmung, die auch zu mehr Gastro- und Hotellerieumsätzen führt. Die Services fingen sich im vierten Quartal nach den früheren Einbrüchen quasi wieder.
Boom bei Trump
Alles in allem schlug sich die Schweizer Wirtschaft mit 1,4 Prozent also nicht schlecht.
Der Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Deutschland im Jahr 2025 nur gerade einmal um 0,3 Prozent, Frankreich um 0,9 Prozent und Italien um 0,7 Prozent an Wirtschaftswachstum verzeichneten.
Die USA legten um 2,2 Prozent zu. Im dritten Quartal erreichte die Regierung von US-Präsident Donald Trump annualisiert bereits 4,3 Prozent.
Selbst mit Zuwanderung top
Langfristig verraten die Statistiken, dass die Schweiz seit 2019 um 11,2 Prozent, die USA aber 15,2 Prozent zulegten.
Deutschland kann man seit 2019 quasi vergessen und bei Frankreich sowie Italien ging es über die sechs vergangenen Jahre nur mässig nach oben.

Das Mass für die Schweiz müssen also die Vereinigten Staaten und nicht die dümpelnden Nachbarländer sein.
Selbst beim BIP pro Kopf, das auch die Zuwanderung ins Verhältnis zum Wirtschaftswachstum setzt, zogen die USA den Vergleichsstaaten von Dannen.
Vertreibt Trump noch mehr Migranten, verteilt sich das wachsende BIP auf noch weniger Köpfe.
16.02.2026/kut.





