
Der ägyptische Oligarch Samih Sawiris will nach einem Skiressort in Andermatt am Urnersee eine Marina errichten. Doch daraus wird nichts.
Der ägyptische Oligarch Samih Sawiris, der seit Jahren in Andermatt ein Skiressort mit Hotels und Luxuswohnungen errichtet, hat einen Rückschlag bei seinem neuesten Projekt erlitten.
Bund seit Sommer 2025 involviert
Der Urner Regierungsrat gab am Donnerstag bekannt, dass für die Projektidee zur Aufwertung Isleten noch weitere Hürden bestünden.
Sawiris wollte in einer ehemaligen Sprengstofffabrik, die sogar noch auf den Erfinder des Dynamits Alfred Nobel zurückgeht, ein Tourismusresort mit Wohnanlagen, Golfplatz & Co. errichten.
Der Kanton Uri habe den Entwurf zur Anpassung des kantonalen Richtplans für das Gebiet Isleten im Sommer 2025 zur Vorprüfung an die Bundesstellen übermittelt.
Tourismusoase am Wasser
Mit der Richtplananpassung sollte festgelegt werden, in welchem Rahmen sich das Gebiet entwickeln kann, welche weiteren Verfahren folgen und welche Aspekte dabei besonders zu berücksichtigen seien – wie der Natur- und Gewässerschutz, der Verkehr und die Renaturierung.
Das Gebiet, das überwiegend in der Industriezone und mit kleineren Bereichen in einer Wohn- und Gewerbezone liegt, sollte künftig zu Erholungszwecken und touristisch genutzt werden.
Konkret plante die Isen AG, bei der Sawiris der Verwaltungsratspräsident ist, den Bau und Betrieb einer neuen touristischen Anlage mit Hotel, hotelbewirtschafteten Wohnungen, Bungalows und Bootsplätzen.

Das Projekt soll den Isentalerbach und sein Delta sowie das Seeufer revitalisieren. Für die Gewässerrevitalisierung, die Naherholung und die touristische Nutzung sollte wollten die Verantwortlichen aber die Kantonsstrasse verlegen.
Laut einer Studie würde das Projekt nebst Investitionen von 228 Millionen Franken eine substanzielle wirtschaftliche Wertschöpfung für die beteiligten Gemeinden und den Standortkanton sowie etwa 80 Arbeitsplätze mit sich bringen.
Die Voraussetzungen für die Transformation legten die Bewohner mit der Volksabstimmung zur kantonalen Volksinitiative «Isleten für alle».
Entzug der Wirtschaftlichkeit
Doch in seinem Vorprüfungsbericht vom 29. Januar 2026 hält der Bund fest, dass er in der Transformation und Aufwertung des Gebiets Isleten in seiner aktuellen Ausgestaltung die grundsätzliche Machbarkeit nicht gegeben sieht.
Für die Machbarkeit wäre die bauliche Dichte zu reduzieren, hiess es nunmehr. Die Strasse müsste alternativ in einem Tunnel geführt werden und auf den landseitigen Bootshafen müsste Sawiris gänzlich verzichten.
Die Neubauten müssten denkmalgerecht weg vom historischen Bestand platziert sowie Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen müssten umgesetzt werden, forderte der Bund.
Allerdings würde die Umsetzung aller Massnahmen dem Projekt die wirtschaftliche Basis entziehen. Dies war Bundesbern auch sofort klar.
Schweizer Kompromiss
Die Lokalpolitik reagierte umgehend frustriert über den Entscheid. Bundesbern würde dem Volkswillen entgegenstehen, erklärten die Verantwortlichen allen Ernstes.
Klar, sie hatten sich schon auf Einnahmen aus den Kurtaxen von 100.000 Franken pro Jahr und aus der Grundstückgewinnsteuer von 5 bis 10 Millionen Franken gefreut.
SVP-Bundesrat und Umweltminister Albert Rösti habe nunmehr zugesichert, zusammen mit den Bundesstellen eine Auslegeordnung der offenen Fragen zu erarbeiten und diese im Frühling anlässlich einer Begehung in Uri vor Ort besprechen zu wollen, lautete die typisch Schweizerische Kompromisslösung.
Insofern wurde Sawiris, der das Land bereits gekauft hat, noch nicht vollständig die Hoffnung genommen.
12.02.2026/kut.





