
Die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen führt zu höheren Tarifen in der Grundversicherung. Das muss nun auch die Aufsichtsbehörde BAG zugeben.
Geschickt hat das Bundesamt für Gesundheit BAG von den eigenen Problemen abgelenkt.
Die Aufsichtsbehörde für die soziale Krankenversicherung OKP gab die Kostenentwicklung für 2025 in einem Communiqué an – sie betrug 247 Franken.
Neue Kosten sind neue Beiträge
Doch eine Person verursachte 2025 durchschnittlich Kosten von 4968 Franken, was einem Kostenanstieg im Schnitt für die Schweiz von 5,2 Prozent entsprach.
«Steigende Gesundheitskosten haben immer auch steigende Krankenkassenprämien zur Folge», erklärte das BAG dann noch weiter, wohl wissend, dass die Prämiensteigerungen für dieses Jahr 2026 «nur» bei 4,4 Prozent lagen.
Da gibt es also eine Differenz, die nicht finanziert ist. Eigentlich sollen die Prämieneingaben beim BAG im Juli, die Kostenentwicklung bis Jahresende berücksichtigen und dies auf die Prämien aufschlagen.
Lücke bei Finanzierung
Rechnet man die rund 5000 Franken an Gesundheitskosten auf 9 Millionen Einwohner der Schweiz, kommt man auf 45 Milliarden Franken an Gesamtausgaben.
Fehlen da die Differenz in der Finanzierung der Prämien von 0,8 (5,2 – 4,4) Prozent, klafft eine Einnahmelücke von rund 360 Millionen Franken, die noch zu Prämienerhöhungen führen müssen.
Es geht also munter weiter bei den Prämienerhöhungen im Schweizer Gesundheitswesen.
Theoretische Finanzkraft gezaubert
Doch das ist nicht das einzige Problem in der Grundversicherung.
Die Krankenkassen haben kaum noch ausreichend Solvenz, weshalb das BAG einfach die Berechnungsmethode änderte und dadurch die Solvabilitätsquoten stiegen, wie muula.ch aufdeckte.
Die Finanzkraft der Krankenversicherer um Helsana, Swica, CSS, Concordia, Visana, Sympany, Assura, Group Mutuel, ÖKK & Co. bleibt dabei aber gleichschlecht, weshalb sie zu geringe Prämienerhöhungen mit ihren geringeren Reserven auch nicht mehr auffangen können.
Bund nimmt einfach Neues auf
Bei den Zahlen des Monitorings der Kostenentwicklung in der Krankenversicherung verzeichneten alle Leistungsarten einen Anstieg der Ausgaben. Dies zeigt die Dramatik.
Die Organisationen für Krankenpflege und Hilfe (Spitex) verzeichneten mit einem Plus von 13 beispielsweise prozentual den stärksten Anstieg.
Bei Psychotherapie durch Psychologen betrug das Plus 9,8 Prozent, was der Bundesrat selbst durch Aufnahme in die Grundversicherung erst verursacht hat.
Spitex und Psyche lauten also die Hauptkostentreiber. Doch geredet wird im Schweizer Gesundheitswesen über Medikamentenpreise, die wegen US-Präsident Donald Trump steigen sollen.
Prozentabweichungen zählen
Die höchsten Beiträge zu den rund 5000 Franken jährlichen Gesundheitsausgaben pro Person stammen aus ambulanten Behandlungen bei Ärzten (1073 Franken +64,40 Franken).
Diese waren von ambulanten Spitalbehandlungen (992 Franken; +47,10 Franken), stationären Spitalbehandlungen (897 Franken; +28,40 Franken) und Ausgaben in Apotheken, also vor allem der Abgabe von Arzneimitteln (600 Franken; +26,20 Franken), gefolgt.
Wer die Prozentzahlen der Hauptkategorien ausrechnet, sieht, dass Arztbehandlungen rund 5,7 Prozent und ambulante Spitalbehandlungen um 5 Prozent teurer wurden.
Volk im Dunkeln
Mit einer 4 vor dem Komma bei den Prämienerhöhungen, ist da kaum ein Auskommen.
Doch dies hat das BAG geschickt verpackt – die Prozentabweichungen muss sich das Volk selbst ausrechnen.
Damit fallen die Probleme weit weniger auf.
11.02.2026/kut.





