
Der Fahrtreppen- und Liftkonzern Schindler hat sich gesundgespart. Doch sowohl Wachstum als auch Transparenz fehlen, was die Börse erzürnt.
Die Reaktion an der Börse hätte wohl kaum klarer ausfallen können.
Der seit gut einem Jahr beim Zentralschweizer Hersteller von Aufzügen und Fahrtreppen Schindler agierende CEO Paolo Compagna enttäuscht.
Fehlende Nachfrage in China
Der Börsenkurs der Schindler-Partizipationsscheine brach um rund 10 Prozent ein, nachdem der Konzern am Mittwochmorgen seine Jahreszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr publizierte.
Die Umsatzerlöse sanken 2025 um 2,6 Prozent auf unter die magischen 11 Milliarden Franken.
Der Auftragseingang, eine Kennzahl für künftiges Wachstum, ging um 0,9 Prozent auf 11,3 Milliarden Franken zurück, wie Schindler weiter bekanntgab.
Der Auftragseingang im Neuanlagengeschäft sei bedingt durch den anhaltend starken Nachfragerückgang in China zurückgegangen, hiess es zu den Entwicklungen.
Magere Wachstumszahlen
Der Auftragsbestand sank sogar um 5,9 Prozent auf 7,8 Milliarden Franken.
Klar hatte der starke Schweizerfranken dabei insgesamt einen grossen Einfluss.
Doch in Lokalwährungen stieg der Umsatz lediglich um 1,3 Prozent, der Auftragseingang um 3,1 Prozent und der Auftragsbestand um 1,2 Prozent.
Investoren hatten bei alldem wohl mehr erwartet.
2000 Mitarbeiter weniger
Dabei wirkten die jahrelangen Sparanstrengungen durchaus positiv. Der operative Gewinn auf Stufe Ebit legte um 9,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken zu. Die Ebit-Marge stieg um 1,3 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent.
Unter dem Strich erhöhte sich der Konzerngewinn um 6,2 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken. Doch ewig kann das Kostensparen nicht weitergehen, selbst wenn der Konzern mit einer Dividendenerhöhung lockt.
Die Zahl der Mitarbeiter ging 2025 um 2,8 Prozent auf 67.400 zurück – rund 2000 Angestellte hat Schindler weniger auf der Payroll.
Eigenwillige Rechnungslegung
Die fragwürdige Transparenz im Jahresabschluss nach IFRS-Regeln, welche muula.ch zur Segmentberichterstattung bei Schindler thematisierte, behielt CEO Compagna bei.
Aufzüge, Fahrtreppen und Service, lauten klar die Bereiche von Schindler. Doch der Konzern schwafelt weiter von Neuanlagen, Modernisierungs- und Servicegeschäften im Communiqué, ohne genau zu sagen, was bei Aufzügen und was bei Fahrtreppen gilt.
Finanzen sind eigentlich auch keine eigene Sparte, die separat gesteuert wird.
Wie die Wirtschaftsprüfer von PwC einen solchen IFRS-Jahresabschluss weiterhin testieren können, sorgt in Fachkreisen seit geraumer Zeit für Kopfschütteln.

Nun wolle sich Compagna auf Wachstum konzentrieren, hiess es im Communiqué.
Doch für 2026 erwartet Schindler lediglich ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und dies auch nur in Lokalwährungen.
Die Ebit‑Marge solle auf 13 Prozent steigen, was mit weniger Umsatz oder eben wieder mit Kostenmassnahmen erreicht werden kann.
Jahrelange Leidenschaft geht
Firmenpatron Alfred N. Schindler beabsichtigt zudem, sich nur noch für eine Amtsperiode im Verwaltungsrat zur Verfügung zu stellen und danach seine 50-jährige Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsgremiums abzuschliessen.
Den Investoren war wohl auch umgehend klar, dass dies keine gute Nachricht war.
11.02.2026/kut.





