
Die erste Art Basel Qatar zog tausende Besucher inklusive vieler VIPs an. Selbst politisch bezog die Kunstmesse in Doha eine klare Position.
Kunst ist das schöpferische Gestalten in Auseinandersetzung mit der Natur und der Welt.
Genauso zeigte sich die Art Basel Qatar, die in den vergangenen Tagen in der katarischen Hauptstadt Doha zum ersten Mal stattfand.
Emir und Beckham
Rund 17.000 Besucher zog die Kunstmesse in dem Emirat an, wie die Basler MCH-Group bekanntgab, zu der die Art Basel in ihren verschiedenen Ausgaben gehören.
Unter den prominenten Besuchern seien auch der Emir von Katar, Sheikh Tamim bin Hamad Al-Thani, uns seine Frau, Sheikha Moza bint Nasser, gewesen, erklärten die Veranstalter.
Selbst Fussballstar David Beckham war anwesend.

Doch wenn die Herrscherfamilie Al-Thani höchstpersönlich vorbeischaut, will es schon etwas heissen und darf als Erfolg bezeichnet werden.
Kaufkräftige Kundschaft
Neben dieser Prominenz waren aber auch rund 85 Museen und Kunststiftungen an der Art Basel Qatar im Kunst- und Designviertel Msheireb vertreten.
Darunter war auch, was in der Kunstwelt tatsächlich Rang und Namen hat beziehungsweise dazugehören will, wie das neu entstehende Guggenheim Abu Dhabi, der Louvre Abu Dhabi, die Pinault Collection, die Basler Fondation Beyeler und die Luma Foundation von Roche-Erbin Maja Hoffmann.
Gerade die Museen im Nahen Osten müssen noch viele Käufe tätigen, um ihre Kunstsammlungen auszustatten, damit sie ihren Namen verdienen. Insofern passt die Art Basel Qatar hervorragend.


Die Messeleitung hob zudem hervor, dass in Doha 87 Galerien aus 31 Ländern teilnahmen. Darunter waren auch 16 neue Art-Basel-Aussteller.
Damit wird das Interesse des taumelnden Kunstmarktes klar ausgeweitet. Über 600 Aussteller hatten ein Interesse an einer Messeteilnahme angemeldet.
Christo und Picasso
Die Besucher konnten an der Kunstmesse etwa beim Galeristen Larry Gagosian von Christo verhüllte Erdölfässer für fast eine Million Dollar erwerben.
Besser passt Kunst wohl kaum zum Ausstellungsort.
Neben solchen Kunstobjekten jubelten die Medien aber auch Gemälde von Jean-Michel Basquiat und Pablo Picasso für Millionensummen in den Himmel.
Art-Basel-CEO Noah Horowitz lobte das gemeinsame Fundament, welches die Messe langfristig mit Katar und den Sponsoren bereitet habe.
Araber stützen «Blutsbrüder»
Weltweit sorgte aber eine Installation für Aufsehen.
Die berühmte US-Lichtkünstlerin Jenny Holzer projizierte Musik-untermalt Poeme mit dem Kunstobjekt «Song» an die Fassade des Museums für Islamische Kunst in Doha, einem imposanten Bau gegenüber der berühmten Skyline Katars.
Doch die Poeme waren von einem palästinensischen Dichter und dürften somit ganz im Interesse der arabischen Welt gewesen sein.

Ganz ohne Symbolik geht es eben in der Kunstwelt nie.
Kuratiert wurde die Art Basel Qatar vom ägyptischen Künstler Wael Shawky und somit waren die politischen Verhältnisse klar.
Richtiger Ort für Wandel
Kunst ist das schöpferische Gestalten in Auseinandersetzung mit der Natur und der Welt.
Beim nächsten Mal könnte die Art Basel Qatar diesbezüglich wohl auch provokativer zu sich selbst sein.
Genau dafür ist Doha in der arabischen Welt nämlich der richtige Ort.
Die Kataris führen ihr Emirat intelligent und wissen, dass es die Kunst zur behutsamen Weiterentwicklung der arabischen Gesellschaft braucht.
10.02.2026/kut.





