Swisscom schröpft nach Firmen auch die Privaten

Logo von Swisscom an einem Firmengebäude in Olten
Swisscom verteuert seine Produkte in der Schweiz. (Bild: muula.ch)

Die hochverschuldete Swisscom büsste wegen eines Milliardenzukaufs stark an Gewinn ein. Der Staatsbetrieb bittet nun aber die Schweiz zur Kasse.

Die Entwicklungen bei der staatlichen Swisscom sind alles andere als erfreulich.

Erst mussten Schweizer KMU indirekt erfahren, dass ihnen der Telekomriese die Abopreise erhöht und sie mit Zusatzbürokratie belastet.

Aufschläge von bis zu 20 Prozent

Nun geht das Schröpfen der Schweizer Kundschaft weiter. Private erhalten ebenfalls teils exorbitante Preiserhöhungen, die Swisscom am heutigen Dienstag überraschend bekanntgab.

Ab 1. April erhöhten sich die Abo-Preise jeden Monat um je 1,90 Franken für Internet- und Mobile-Abonnemente sowie um je 0,90 Franken für TV und Festnetztelefonie, hiess es relativierend.

Doch ein Blick in die Details verrät, dass die Preiserhöhungen zum Teil fast 20 Prozent betragen. Kombi-Abos machen gleich mehrere Preiserhöhungen mit.

Kunden können kündigen

Kunden erhielten heutzutage deutlich mehr Leistung als noch vor wenigen Jahren, erklärte der Staatskonzern, der sich unlängst für Milliarden noch weiter verschuldete, um die Vodafone Italia für 8 Milliarden Euro zu übernehmen.

Die Preise seien jedoch trotz Mehrleistungen für die Kundschaft stetig gesunken, begründete Swisscom die ab April anstehenden Preiserhöhungen.

Kunden, die nicht einverstanden sind, erhielten ein ausserordentliches Kündigungsrecht, erklärte Swisscom zum weiteren Vorgehen für die Millionen Betroffenen.

Erhöhen des Konzerngewinns

Wie muula.ch berichtete, müssen Schweizer Kunden in den sauren Apfel beissen und werden quasi für den Gewinneinbruch bei Swisscom durch die Milliardenübernahme in Italien zur Kasse gebeten.

Das Telekomunternehmen argumentiert ja mit Investitionen, die in der Vergangenheit getätigt wurden und sich nicht in der Preisentwicklung widerspiegeln.

Mit den Preiserhöhungen will Swisscom also klar die Gewinnmarge erhöhen.

Kniff mit der Dividendenerhöhung

Viele Schweizer sind mit den Expansionslüsten ins Ausland nicht einverstanden.

Swisscom-CEO Christoph Aeschlimann holte sich die Zustimmung des Bundesrates zur Milliardenakquisition von Vodafone Italia über eine versprochene Dividendenerhöhung, die Finanzministerin Karin Keller-Sutter auch gleich im Finanzplan eintrug.

Klar, der Bund braucht in Zeiten leerer Staatskassen jeden Rappen und die Risiken einer Grossfusion dürften ohnehin erst später aufpoppen.

Unmut über Crans-Montana

Wie riskant das Unterfangen von Swisscom in Italien ist, zeigt nicht nur das Milliardengrab Fastweb.

Die Italiener sind wegen der vielen toten und verletzten Landsleute im Inferno von Crans-Montana über die Schweiz und deren Justiz erbosst.

Wenn sie auf ihren Schweizer Mobilfunk- und Festnetzanbieter losgehen, steht in Italien das nächste Milliardengrab beim Swisscom-Konzern an.

27.01.2026/kut.

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