
Das Sterben von Vorsorgeeinrichtungen geht in der Schweiz munter weiter. Doch die Konzentration beim Angebot verläuft auch mit sinkenden Renten.
Die Schweiz hat immer weniger Pensionskassen.
Im vergangenen Jahrzehnt ging die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen um 30,8 Prozent beziehungsweise absolut um 574 auf 1292 zurück.
Sparen bei der Administration
Dies geht aus der neuesten Pensionskassenstatistik hervor, welche das Bundesamt für Statistik BFS veröffentlichte.
Doch auch in den zehn Jahren davor ging es rasant nach unten.

Hintergrund des Konzentrationsprozesses dürften Zusammenschlüsse aufgrund des Sparens von Verwaltungskosten sein.
Die Regulierung setzt immer höhere Ansprüche an die Kapitalsammelstellen, und da wirken sich Skaleneffekte positiv aus.
Sprudelnde Kapitalerträge
Die Vermögensanlagen erhöhten sich innerhalb von zehn Jahren aber um fast 60 Prozent auf 1221 Milliarden Franken.
Allein 2024, dem jüngsten Jahr der Statistik, kamen 91,5 Milliarden Franken an Bilanzsumme hinzu, wie aus den BFS-Daten hervorgeht.

Im Jahr 2024 erzielten die Pensionskassen dank einer guten Anlageperformance ein positives Nettoergebnis der Vermögensanlagen von 83,7 Milliarden Franken.
Im Jahr davor waren es «bloss» 54,2 Milliarden Franken gewesen.
Geld liegen lassen
Aufgrund der Kapitalanlagestruktur ging das Nettoergebnis im Jahr 2022 mit Marktturbulenzen aber auch schon mal 105,1 Milliarden Franken ins Minus.
Das Allzeithoch wurde 2019 mit 95,5 Milliarden Franken im Plus erreicht.
Die Kapitalanlage vieler Vorsorgeeinrichtungen ist aber ohnehin viel zu risikoavers ausgerichtet, und dabei wird quasi Geld verschenkt.

Zwar rauschen die Schweizer Pensionskassen in schlechten Börsenjahren mit den Märkten in den Keller, wie die BFS-Grafik für 2022 eindrücklich zeigt.
Geht es jedoch nach oben, wie in den zwei Jahren danach, nehmen die Pensionskassen den Börsenboom nur mässig mit, wie die vergleichsweise geringen Erträge 2023 und 2024 verdeutlichen.
Entdeckung von Aktien
Mit einem quasi unbegrenzten Anlagehorizont, der sich aus immer neuen Geldern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber ergibt, könnten Pensionskassen ihre Kapitalanlagen sinnvoller ausrichten.
Das BFS zeigt mit den steigenden Aktienquoten von 2022 bis 2024, dass einige Investmentmanager da auf den Trichter gekommen sind.

Wie schlecht der Schweizer Staat die Vorsorgegelder der Beamten anlegt, verdeutlicht zudem die Kennzahl zu den Unterdeckungen.
Bei den 65 öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen sank zwar die Unterdeckung um 6,5 Prozent auf 31,2 Milliarden Franken. Doch bei den 1227 privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen ging der Wert sogar um 74 Prozent auf 0,3 Milliarden Franken zurück.
Private haben also praktisch keine Unterdeckungen mehr – im Gegensatz zu den staatlichen Einrichtungen.
Abzug von Geldern
Die Schweiz hat rund 4,8 Millionen aktive Versicherte in der 2. Säule.
Die Zahl der Pensionäre kommt laut dem BFS auf rund 939.000, die durchschnittlich 27.815 Franken an Rente pro Jahr oder 280.010 Franken an Alterskapital im Schnitt bezogen.

Mit immer weniger Vorsorgeeinrichtungen werden die Pensionskassen grösser und könnten ihre Kapitalanlage risikoreicher ausrichten – und dann müssten wohl die Pensionen beziehungsweise das Alterskapital vieler Schweizer noch viel höher sein.
Doch im Jahr 2014 lag die Durchschnittsrente nämlich noch bei fast 30.000 Franken und somit bei fast 10 Prozent mehr.
Nur die Höhe des bezogenen Alterskapitals erhöhte sich im Schnitt um fast 70 Prozent. Und dann braucht es auch immer weniger Pensionskassen.
26.01.2026/kut.





