Ökonomische Risiken verschwinden vom Radar

Eine Person hängt an einem Felsen und klettert nach oben
Die Gefahren für die Welt ändern sich derzeit. (Bild: M. Hassan / pixabay)

Die Welt rätselt quasi ständig, was als Nächstes auf sie zukommen könnte. Doch auf den Risikobildschirmen der Erde gibt es gewaltige Änderungen.

Vor noch nicht allzu langer Zeit machten sich die Menschen auf dieser Welt um Inflation und Konjunkturabschwung grosse Sorgen.

Mittlerweile hat sich das Bild vollständig gedreht und andere Gefahren sind in den Fokus des Erdballs gerückt.

Blaue Farbe verschwindet

Dies geht aus dem aktuellen Risikoreport hervor – etwa vom World Economic Forum WEF, das am heutigen Montag in Davos GR beginnt.

Während im Jahr 2024 noch die Teuerung und eine Wirtschaftsflaute unter den Top-Risiken für die kommenden zwei Jahre standen, ist dies nun völlig anders.

Auf der Risikolandkarte des WEF sind mittlerweile die ökonomischen Risiken (blau) vollständig verschwunden, was bemerkenswert ist.

An oberster Stelle standen 2024 auch Falschnachrichten. Danach kamen die Umweltrisiken und soziale Polarisierung.

Auf 10-Jahressicht ging das WEF praktisch nur von Klimarisiken aus.

Polarisierung bleibt Gefahr

Im neuesten Risikobericht des WEF 2026, der bereits zum 21. Mal publiziert wird, sind geopolitische Gefahren an erster Stelle erwähnt.

Fehlinformationen landeten auf Platz 2 und soziale Polarisierung auf Rang 3.

Die Umwelt ist deutlich in den Hintergrund getreten, obwohl das WEF diese Gefahren um extreme Wetterereignisse & Co. langfristig weiterhin als wichtig einstuft.

Cyber als Herausforderung

Die Assekuranz ist am besten über Risiken informiert.

Ein Blick in den neuesten Risikobericht des Versicherungsriesen Allianz zeigt, womit die Welt da zu kämpfen hat.

Im Global Allianz Risk Barometer 2026, den der Konzern vor wenigen Tagen publizierte, werden nämlich geopolitische Risiken nicht an erster Stelle genannt. 

Im Jahr 2026 seien Cybervorfälle zum fünften Mal in Folge das weltweit grösste Risiko für die Wirtschaftswelt, teilte Allianz Suisse in einem Communiqué mit.

Rasanter Aufstieg

Rund 42 Prozent der Befragten weltweit stufen Cyber als Top-Risiko ein. Dies sei der höchste jemals erreichte Wert, hiess es weiter.

Zudem liege Cyber zehn Prozentpunkte vor dem zweitgrössten Risiko mit 32 Prozent, was die Bedeutung dieser Gefahr verdeutliche.

Die Künstliche Intelligenz KI ist auf Rang 2 in die Spitzengruppe der globalen Unternehmensrisiken aufgestiegen und kam von Platz 10 im Vorjahr nach oben.

Dies sei der grösste Sprung in der diesjährigen Rangliste, hiess es.

Anderer Fokus im Inland

In der Schweiz erklärten die Befragten Cyberrisiken sogar zu 58 Prozent und KI zu 38 Prozent als Top-Risiken, was die Herausforderungen klar benennt.

Die neutrale Schweiz muss sich eben um andere Dinge als Geopolitik ihre Hauptsorgen machen.

Politische Risiken und makroökonomische Entwicklungen landeten im Allianz Risk Barometer für die Schweizer Unternehmen erst auf den Rängen 9 und 10.

Politische Ziele im Vordergrund

Es zeigt sich also, dass sich sowohl für die Welt als auch für Unternehmen die Gefahrenlage binnen weniger Monate gewandelt hat.

US-Präsident Donald Trump hat Inflation und Rezessionsängste verdrängt und die Geopolitik als Hauptrisiko in den Fokus gerückt. Wie die Welt damit umgehen soll, wird ab heute in Davos diskutiert.

Auch der Verursacher dieses Wandels, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, wird in die Schweiz anreisen.

Wenn die US-Wirtschaft floriert, können sich die Amerikaner eben anderen, sprich politischen, Zielen zuwenden.

19.01.2026/kut.

Ökonomische Risiken verschwinden vom Radar

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