Arbeitslose Rumänen und Bulgaren als Dauerproblem

Eine schematische Hand schnippst einen Büroarbeiter in Richtung Ausgang
In der Schweiz verlieren derzeit vermehrt Ausländer ihre Stellen. (Bild: M. Hassan / pixabay)

Die Schweiz hat zwar nur wenig mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Doch einige Personengruppen erfordern vermehrte Aufmerksamkeit, wie Statistiken zeigen.

Die Schweizer Arbeitslosigkeit hat sich im Laufe des vergangenen Jahres um 0,3 Prozentpunkte auf mittlerweile 3,1 Prozent erhöht.

Mit einem Jahresdurchschnitt von 2,8 Prozent habe die Arbeitslosenquote 2025 damit aber auf dem langjährigen Durchschnittswert gelegen.

Verschlechterung sichtbar

Dies teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am Freitag zu den neuesten Entwicklungen mit.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 6,1 Prozent auf 147.275. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit in der Schweiz um 13,0 Prozent.

Langjähriger Vergleich der Arbeitslosenquoten laut Seco

Dies klingt alles viel schlimmer, als es in Wirklichkeit ist.

Im Jahr 2020 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote beispielsweise mit 3,2 Prozent viel höher, wie aus einer Mehrjahresübersicht des Seco hervorgeht.

Und im Jahr 2010, nach der jüngsten Finanzkrise, kam die Schweiz auf einen Wert von 4,5 Prozent.

Deutlich mehr offene Stellen

Mit nicht einmal 150.000 Arbeitslosen herrscht in der Schweiz quasi Vollbeschäftigung. In einer grossen Volkswirtschaft sucht praktisch immer jemand Arbeit oder verliert seinen Job.

Auch sind die positiven Nachrichten mit dem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht zu ignorieren.

Im Dezember 2025 waren 35.940 offene Stellen bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV gemeldet, was einem Anstieg um 10 Prozent gegenüber dem Vormonat entsprach. Im Vergleich zur Vorjahresperiode seien dies sogar 18,1 Prozent mehr, hiess es vom Seco.

Beitragssenkung angebracht

Im Jahr 2025 stiegen auch die Haupteinnahmen der Arbeitslosenversicherung ALV aus den Beiträgen der Versicherten und Arbeitgeber von 8,08 Milliarden Franken im Jahr 2024 auf 8,19 Milliarden Franken im Jahr 2025.

Wenn die Konjunktur einbrechen würde, gingen solche Beitragszahlungen markant zurück.

In der ALV fiel dagegen fast eine Milliarde Franken der öffentlichen Hand als Einnahmen weg, weil der Staat sparen will und die ALV viele Milliarden auf der hohen Kante hat.

Doch statt die Beiträge für die Firmen und die Beschäftigten zu senken, um sie zu entlasten, verbrät die öffentliche Hand das Geld an anderen Orten lieber selbst.

Ältere fliegen häufiger

Falls es etwas am Schweizer Arbeitsmarkt zu bemängeln gäbe, so wären es zwei Entwicklungen.

Die Arbeitslosenquote älterer Arbeitslose, also 50- bis 64-Jähriger, erhöhte sich im Dezember 2025 zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent, während die Arbeitslosenquote Jugendlicher konstant blieb.

Die Firmen und der Schweizer Staat entledigen sich also vermehrt Älterer. Dies gibt zu denken.

Mehr als doppelt so hoch

Die zweite, fast schon besorgniserregende Entwicklung ist der Anstieg der Arbeitslosenquoten bei einzelnen Ausländergruppen.

Wie muula.ch bereits im November 2024 berichtete, stechen dabei die Zahlen von Rumänen und Bulgaren in den Statistiken vermehrt hervor.

Per Dezember 2025 lagen die Werte bei 8,6 beziehungsweise 8,7 Prozent.

Zum Vergleich: Bei Deutschen oder Österreichern liegen die Quoten aktuell lediglich bei 3,5 beziehungsweise 3,8 Prozent.

Arbeitslosenstatistik im Dezember 2025 laut Seco

Zwar entledigen sich die Unternehmen sowie der Staat zuerst vermehrt der Ausländer, wie aus den Seco-Zahlen insgesamt hervorgeht und muula.ch berichtete.

Der Anteil der Ausländer unter den Arbeitslosen liegt derzeit bei über 52 Prozent. Früher war es halbe-halbe zu den Schweizern.

Jeder 10. Afrikaner ohne Job

Doch es schleckt keine Geiss weg, dass Rumänen und Bulgaren hohe Arbeitslosenquoten aufweisen. Die Zahlen sind konstant hoch geblieben, seit muula.ch darüber im November 2024 berichtete.

Die EU-Personenfreizügigkeit bringt der Schweiz also nicht mehr nur das, was sie will und braucht. 

Und unter Afrikanern beträgt die Arbeitslosenquote sogar 9,6 Prozent. Jeder 10. Afrikaner hat hierzulande keine Arbeit.

Dieser Wert dürfte mit der humanitären Seite der Schweiz zu tun haben – doch auch da gilt es, Obacht zu geben.

Abgesehen von diesen Aspekten ist der Schweizer Arbeitsmarkt aber relativ intakt.

10.01.2026/kut.

Arbeitslose Rumänen und Bulgaren als Dauerproblem

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