
Die Teuerung ist in der Schweiz quasi verschwunden und vieles wird billiger. Doch bei den Preisen mancher Güter dürften sich Schweizer wundern.
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) ist im Dezember 2025 im Vergleich zum Vormonat konstant geblieben.
Die Preisstabilität, welche das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Donnerstag bekanntgab, resultierte daraus, dass sich Preiserhöhungen und Preissenkungen des statistischen Warenkorbes gerade die Waage hielten.
Günstigerer Import
Die Preise für Pauschalreisen ins Ausland, für Medikamente und für diverse Gemüsesorten seien gesunken, hiess es vom BFS zu den Details.
Gestiegen seien hingegen die Mieten von privaten Verkehrsmitteln sowie die Preise in Hotellerie und Parahotellerie.

Gegenüber dem Vorjahresdezember legte die Teuerung um 0,1 Prozent zu. Die Inlandgüter wurden 0,5 Prozent teurer. Dagegen sanken die Preise bei den Importgütern um 1,6 Prozent, wie aus dem Communiqué weiter hervorgeht.
Generell wurden Waren innert Jahresfrist 1,7 Prozent günstiger. Bei den Dienstleistungen mussten Schweizer um 1,2 Prozent tiefer in die Taschen greifen, sprich, sie wurden teurer.
Mieten hauen stärker rein
Erdölprodukte waren im Dezember 2025 um 3,7 Prozent günstiger als vor einem Jahr.
Die Preise von Energie und Treibstoffen gaben insgesamt um 5,3 Prozent nach. Bekleidung und Schuhe kosteten 1,6 Prozent weniger. Die Preise von Kohlgemüse sanken gegenüber dem Vorjahresdezember sogar um 11,4 Prozent.
Die Wohnungsmieten, die immerhin fast 20 Prozent am statistischen Warenkorb ausmachen, legten dagegen innerhalb von 12 Monaten um 1,6 Prozent zu. Das macht sich in den Geldbörsen aufgrund der grösse des Ausgabepostens bemerkbar.
Jahreswert im Rückwärtsgang
Mit den Dezemberwerten ergibt sich die durchschnittliche Jahresteuerung. Sie lag 2025 bei +0,2 Prozent. Dieser Anstieg sei auf höhere Preise für Wohnungsmieten,
Schokolade und Mahlzeiten in Restaurants und Cafés zurückzuführen, erklärten die Statistiker. Demgegenüber seien die Preise für Elektrizität, Benzin, Occasions-Automobile und Medikamente gesunken.
Die Preise der einheimischen Produkte haben sich im Jahresdurchschnitt um 0,7 Prozent erhöht, jene der Importgüter seien um 1,6 Prozent gesunken.
Im Jahr 2024 hatte die durchschnittliche Jahresteuerung bei +1,1 Prozent und im Jahr 2023 bei +2,1 Prozent gelegen, wie muula.ch berichtete.
Erdölpreis entscheidet
Wie geht es nun weiter an der Teuerungsfront?
Das Paradebeispiel Olivenöl, welches nach der Coronavirus-Pandemie gigantische Preiserhöhungen erfahren hatte, ist auf das alte Preisniveau zurückgekehrt.
Bei Waren geht es generell nach unten und über einen starken Franken dürften die Importgüter auch günstiger werden.
Entscheidend dürfte aber der Erdölpreis sein, der sich auf die Preise von Erdölprodukten und Energie auswirkt.
Referenzzins und Zuwanderung
Hinzu kommt das grosse Schweizer Fragezeichen bei der Entwicklung von Wohnungsmieten.
Verlangen viele Mieter von ihren Vermietern noch, die Miete für bestehende Objekte aufgrund gesunkener Hypothekarzinsen zu senken, könnte es bald wieder Deflation in der Schweiz geben.
Geht die Einwanderung und damit die Nachfrage nach Wohnraum stark zurück, könnten aber auch die Angebotsmieten sinken, was die Teuerung ebenfalls weiter zurückgehen liesse.

Viele Schweizer klagen dennoch über hohe Preise.
Dies liegt einerseits daran, dass ihr tatsächlicher Warenkorb von der statistischen Auswahl abweichen kann.
Wie ein Blick in die Aufteilung des Warenkorbes zeigt, liegt der Anteil für Wohnen und Energie bei lediglich 25,3 Prozent, was für viele Schweizer Familien wohl kaum zutreffen dürfte.
Städter mit höherer Inflation
Bei einem Monatseinkommen von beispielsweise 10.000 Franken würde dies bedeuten, dass ein Schweizer Haushalt maximal 2530 Franken für Wohnen und Energie ausgeben dürfte
Doch in vielen Schweizer Städten, wie Zürich, Basel, Genf und Lausanne, sind solche Werte meist kaum zu finden.
Die meisten Schweizer wohnen aber in Städten, statt auf dem Lande. Insofern trifft sie eine höhere Inflation als die Statistiker jubelnd mitteilen.
08.01.2026/ena.





