Easyjet bekommt Monopol am Euroairport

Logo des Euroairport am Hauptgebäude
Der Euroairport fährt bald seinen Flugbetrieb für Wochen herunter. (Bild: muula.ch)

Der Euroairport Basel Mulhouse wird vom Billigflieger Easyjet dominiert. Im Jahr 2026 darf die Airline aber eine Zeit lang sogar Monopolpreise verlangen.

Wenn Behörden oder Firmen am Freitagabend etwas bekanntgeben, was nicht an diese Uhrzeit gebunden ist, darf die Öffentlichkeit davon ausgehen, dass es sich um eine Sache handelt, die nicht breit gestreut werden soll.

Alleiniger Anbieter

Der trinationale Euroairport Basel Mulhouse Freiburg ist so eine Institution, die am Freitagabend etwas Negatives bekanntgab.

Die Airlines haben ihre Flugprogramme für den Zeitraum der Hauptpistensanierung festgelegt, hiess es zwar zunächst harmlos.

Für die Dauer der Bauarbeiten werde aber ausschliesslich Easyjet ein angepasstes Flugangebot ab dem EuroAirport aufrechterhalten, erklärten die Verantwortlichen.

Nur Sekundärpiste nutzbar

Der EuroAirport erneuert im Frühjahr 2026 den zentralen Abschnitt der Hauptpiste 15/33 sowie den Taxiway Bravo.

Die Arbeiten dienen der langfristigen Sicherstellung der Betriebssicherheit.

Für die Umsetzung der Arbeiten wird die Hauptpiste vom 15. April bis 20. Mai 2026 vollständig geschlossen. Während dieser Zeit wird der Flugbetrieb über die Sekundärpiste 07/25 fortgeführt.

Von den dutzenden Airlines um Wizz Air, Turkish Airlines, Lufthansa, KLM, Air France, Ryanair, Pegasus & Co., die sonst ab dem Euroairport fliegen, hat just der Hauptcarrier des trinationalen Flughafens entschieden, allein den ganzen Flugbetrieb zu bedienen.

Verbindungen zu Metropolen

Der Flughafen gab zwar an, dass Easyjet weiterhin Verbindungen zu wichtigen europäischen Geschäfts- und Städtezielen sowie ausgewählten Ferienzielen sichere.

So seien laut reduziertem Flugplan etwa London, Berlin, Palma, Hamburg, Kopenhagen, Madrid, Rom, Pristina, Ibiza, Budapest, Nizza, Prag und Neapel weiter von der Stadt am Rheinknie erreichbar.

Doch die Fluggäste müssen sich nicht nur auf einen reduzierten Flugbetrieb am Euroairport einstellen.

Wenn eine Firma vom Staat quasi ein Monopol zugestanden bekommt, dürfte das Unternehmen bei den Preisen auch wie ein Alleinanbieter zuschlagen.

Weko gefragt

Viele Destinationen werden nämlich sonst auch von anderen Fluggesellschaften angeboten und da spielt noch der Wettbewerb.

Fällt dieser weg – und sei es nur für einen Moment – langen Anbieter normalerweise wie ein Monopol zu.

Warum es zu dieser Situation kam, müssten wohl nun Wettbewerbsbehörden, wie die Schweizerische Wettbewerbskommission Weko, ermitteln.

Am Euroairport gilt nämlich gemäss Staatsvertrag auch Schweizer Recht, obwohl der Flughafen auf französischem Staatsgebiet liegt.

Öffentlichkeit zahlt

Wird Easyjet hier vom staatlichen Flughafen einfach eine marktbeherrschende Stellung zugestanden? Sind die Alternativen für die Fluggäste von Zürich, Strassburg, Stuttgart & Co. ausreichend? All solche Fragen gilt es zu klären.

Für den Flughafenbetreiber ist es sicher einfacher, während der Sanierungsphase nur mit einer Fluggesellschaft zu operieren. Den Preis dafür zahlen die Passagiere.

Wenn Organisationen an einem Freitagabend nämlich etwas kommunizieren, wollen sie keine Aufmerksamkeit erregen.

Doch dann muss die Öffentlichkeit besonders genau hinschauen.

29.11.2025/kut.

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