
Die Schweizer Uhrenindustrie befindet sich in einer Krise. Kein Geringerer als Tennisstar Roger Federer hilft nun Branchenprimus Rolex.
Es sei ein Meilenstein in der Geschichte von Rolex-Uhren.
Mit diesem Satz stellte der berühmte Schweizer Hersteller von Luxusuhren am heutigen Dienstag eine völlig neue Serie, die «Land-Dweller», vor.
Laser-Technik für Wabenmuster
Bei der «Land‑Dweller» sei es gelungen, das Uhrendesign mit einem integrierten flachen Jubilee-Armband mit einer durchgängigen Linie zwischen Gehäuse und Armband neu zu interpretieren, führte Rolex feierlich weiter aus.
Das Ziffernblatt fällt mit einem Wabenmuster auf, das mit einem Hightech-Laser aufgebracht werde.
Dabei knüpft Rolex offenbar an den Erfolg der PRX-Modellreihe der Marke Tissot aus dem Hause Swatch an.
Neuer Takt mit neuer Frequenz
Doch die eigentliche Innovation steckt im neuentwickelten Uhrwerk, das Rolex vollständig «in-House» entwickelt habe.
Es schlägt mit der aussergewöhnlichen Frequenz von 5 Hertz, also 36.000 Halbschwingungen in der Stunde, das eine Zeitmessung auf die Zehntelsekunde genau ermögliche – ein bei Rolex noch nie dagewesener Takt.
Zudem soll die Luxusuhr mit einer Keramik-Unruhwelle unempfindlich gegen Magnetfelder sein.
Neue Käuferschichten im Blick
Dies sind alles brauchbare Neuerungen, die Uhrenliebhabern direkten Nutzen bieten. Ausserdem können ausgefeilte Herstellungstechniken das lästige Problem von Fälschungen deutlich erschweren.
Für Rolex ist die Abweichung von alten Modellen obendrein mutig.
Der Genfer Luxusuhrenkonzern ist eigentlich dafür bekannt, alte Modelle um Date-just, GMT-Master, Oyster-Perpetual & Co. in stets neuen Varianten und Materialien herauszubringen.

Mit der «Land-Dweller», die deutlich flacher und eleganter als die protzige, aber beliebte funktionsstarke «Sky-Dweller» ist, geht Rolex tatsächlich während der Branchenkrise neue Wege und könnte neue Käuferschichten ansprechen.
Swissness und Präzession
Doch beim Marketing war Branchenprimus Rolex allerdings nicht so innovativ.
Die Firma aus Genf setzt auf Tennisikone Roger Federer, der aber schon für den Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli oder den Schuhhersteller On im Einsatz war und somit ganz klar nicht für Luxusprodukte steht.
Allerdings war Rolex wohl die Swissness und Präzession wichtig, die Federer ganz klar verkörpert.
Immer gleiche Marketing-Idee
Zudem fiel Rolex nichts Besseres ein, als den altbekannten Marketing-Kniff zu nutzen.
Tage vor dem angekündigten Lancierungsdatum auf der Genfer Uhrenmesse «Watches and Wonders», die am heutigen Dienstag beginnt, bereits auf den Sozialen Medien die Fotos von Federer mit der neuen «Land-Dweller» zu publizieren und damit die Marketingmaschine anzuheizen.
Dieses Vorgehen hatte unlängst schon bei Marktführer Patek Philippe mit der neuen «Cubitus»-Modellreihe oder bei Omega mit James-Bond-Darsteller Daniel Craig funktioniert.
Erst Vorfreude schüren, dann vorzeitig Informationen bewusst preisgeben und damit für eine «Sensation» sorgen. Doch innovativ ist es keinesfalls.
01.04.2025