
Die Amerikaner haben die Sanktionen gegen ein wichtiges Krypto-Projekt aufgehoben. Dies dürfte die Schweizerische Nationalbank SNB freuen.
Bisher waren die Aktionen der neuen US-Administration unter Präsident Donald Trump für die Krypto-Welt mit Coins auf sich selbst und Melania wohl alles nur Spielerei.
Wirtschaftliche Blockade entfernt
Doch nun haben die USA einen Schritt vollzogen, welcher die Ernsthaftigkeit bei der Nutzung der neuen Blockchain-Technologie für das Land verdeutlicht.
In der Nacht auf den heutigen Samstag strich die Trump-Administration das Projekt Tornado Cash von der berüchtigten Ofac-Sanktionsliste.
Damit würden alle wirtschaftlichen Einschränkungen gegen das Projekt weitestgehend aufgehoben, teilte das US-Finanzministerium überraschend mit.
Verschlüsselung für Vertraulichkeit
Die USA würden mit dem Schritt die Führung auf dem Gebiet der Finanzwelt sicherstellen und das amerikanische Volk könne von finanzieller Innovation sowie Inklusion profitieren, erklärte der US-Finanzminister Scott Bessent zu dem Entscheid.
Die Krypto-Welt jubelte umgehend, denn Tornado Cash ist quasi der Goldstandard, was die Verschlüsselung und die Privatsphäre auf Blockchains angeht.
Kaum knackbar
Das Projekt hatte einen sogenannten Mixer entwickelt, wo alle Transaktionen je nach Sicherheitsgrad so lange gemischt werden, bis Herkunft und Empfänger nicht mehr zu entschlüsseln sind.
Auch die US-Sicherheitsbehörden waren gegen die Vorgehensweise machtlos, weshalb sie das Projekt sanktionierten.
Genau diese Privatsphäre ist aber für die Geldfunktion von Digitalwährungen wichtig, weil jede Transaktion auf den Blockchains um Bitcoin, Ethereum & Co. nachvollziehbar ist und eben keine Privatsphäre bietet.
Staaten wollen Bürger überwachen
Wie muula.ch berichtete, hatte die Biden-Administration das Projekt im Jahr 2022 auf die berüchtigte Ofac-Sanktionsliste von den USA gesetzt, weil selbst für Krypto-Experten nach dem Mixen im Dunkeln blieb, wer Geld verschickt und wer Geld erhalten hatte.
Dieser technologische Fortschritt entspricht aber genau der Bargeldfunktion, wo auch niemand weiss, woher es kommt und wohin es geht.
Diese Intransparenz ist vielen Regierungen ein Dorn im Auge. Sie wollen die Bürger lieber kontrollieren und keine neuen Werkzeuge zum Schutz der Privatsphäre zulassen. Das hat sich nun unter Trump klar geändert.
Initiant bleibt sanktioniert
Tornado Cash war insbesondere wegen krimineller Machenschaften und Geldwäscherei von den Nordkoreanern sanktioniert worden.
Dies wollen die USA nun auch weiterhin beobachten und gegebenenfalls bekämpfen, hiess es.
Einer der Initianten, Roman Semenov, bleibe auch auf der Sanktionsliste, teilte das US-Finanzministerium mit.
Cyberkriminelle müssten weiterhin mit Strafverfolgung rechnen, mahnte die Trump-Administration.
SNB mit frecher Geste
Die neue Freiheit dieses Projektes dürfte insbesondere die Schweizerische Nationalbank SNB freuen.
Sie hatte im Hintergrund den Glauben an diese Technologie nie verloren.
Während der Sanktionszeit publizierte die SNB sogar ein wissenschaftliches Papier zum Nutzen der Sanktionen gegen das Projekt.
Dies war vielerorts als mutige Geste interpretiert worden und hatte gezeigt, dass die Schweizer Zentralbank weiterhin auf der Höhe der Zeit bezüglich Digitalwährungen ist.
Digitaler Franken möglich
Mit dem Schritt der Trump-Administration, Tornado Cash wieder in die Freiheit zu entlassen, wird nunmehr die Führungsrolle von den USA im Krypto-Bereich manifestiert.
Die SNB muss nunmehr auch den nächsten Schritt gehen, sowohl den digitalen Franken für Privatkunden als auch einen Stablecoin auf Schweizerfranken herauszubringen.
Falls es die SNB nicht selbst tut, machen es eben die Amerikaner.
22.03.2025/kut.