Zürcher Mini-Bank im Fokus internationaler Behörden

Ein Mann mit Dollar vor einem Banksafe
Sobald Dollar bei Bankgeschäften im Spiel sind, treten die USA in Erscheinung. (Bild: M. Hassan / pixabay)

Das kleine Geldhaus MBaer Merchant Bank soll in Geldwäscherei mit Russland und Iran verstrickt sein. Der Schweiz eilen nun deshalb die USA zu Hilfe.

Die Zürcher MBaer Merchant Bank ist von den USA als primäres Risiko für Geldwäscherei eingestuft worden.

Das gab die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma sowie das US Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) am Donnerstag bekannt.

Geheimhaltung umgangen

Zuvor habe der Schweizer Regulator aber ein Enforcementverfahren gegen die Mini-Bank unter anderem betreffend Geldwäschereivorschriften sowie Risikomanagement im Bereich Sanktionen abgeschlossen, hiess es weiter.

Die Verfügung sei zwar noch nicht rechtskräftig, denn eine Beschwerde der Bank sei vor dem Bundesverwaltungsgericht hängig.

Mit der Publikation durch die USA umgeht die Finma quasi die Geheimhaltung bis zu einem endgültigen Gerichtsentscheid.

Prüfbeauftragter eingesetzt

Für die Dauer des Gerichtsverfahrens seien vom Bundesverwaltungsgericht aber flankierende Massnahmen angeordnet worden.

Aufgrund des hängigen Beschwerdeverfahrens sei es der Finma nicht möglich, bei der MBaer Merchant Bank eigene Massnahmen umzusetzen. Ein Prüfbeauftragter der Aufsicht sei nunmehr aber als Monitor eingesetzt.

Die Amerikaner, mit denen die Finma zusammenarbeite, werden aber konkreter und sehen Geldwäscherei für Russland und Iran als erwiesen an. Auf welcher Basis dies passiert ist, bleibt allerdings im Dunkeln.

Ausländer springen in die Bresche

Die Kontakte der Schweizer und US-Beamten basierten auf dem Finanzmarktaufsichtsgesetz und einem zwischen den Behörden bestehenden bilateralen Memorandum of Understanding (MoU), erklärte die Finma.

Ob damit nachgeholfen wurde, die Missstände bei der kleinen Zürcher Bank publik zu machen, dürften die Bundesrichter in ihrem Verfahren untersuchen.

Einen ähnlich gelagerten Fall hatte es nämlich bei der Privatbank Mirabaud gegeben, über den muula.ch berichtete.

Die Bank wehrte sich bis vor Bundesgericht gegen die Bekanntmachung von Geldwäschereifällen. Doch just die Aufsichtsbehörde in Dubai gab detaillierte Informationen dann im Vorfeld an die Öffentlichkeit.

Russischen Oligarchen geholfen?

In der Schweiz sind eklatante Rechtsverstösse der Behörden mittlerweile regelmässig an der Tagesordnung.

Wenn die Amerikaner etwa Schweizer auf eine «schwarze Liste» setzen, sperren Schweizer Geldhäuser einfach die Vermögen der Betroffenen – ohne jegliche Schweizer Rechtsgrundlage. Und die Aufsichtsbehörde Finma schaut zu.

Bei der Zürcher Mini-Bank, die erst seit rund 10 Jahren existiert und kaum ein Finanzmarktrisiko darstellt, sollen Gelder von russischen Oligarchen angenommen worden sein, wie Medien berichteten.

Doch bis Schweizer Gerichte ein endgültiges Urteil darüber gefällt haben, gilt auch hierbei die Unschuldsvermutung.

27.02.2026/kut.

Zürcher Mini-Bank im Fokus internationaler Behörden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert