Zigarettenschmuggel in die Schweiz floriert

Zigaretten in einer Packung
Der Schweizer Zoll schnappt viele Zigarettenschmuggler. (Bild: G. Altmann / pixabay)

Der Schweizer Zoll schnappt mehr Gesetzesbrecher. Doch auch neuer Protektionismus à la Trump zeigt sich in den offiziellen Statistiken der Schweiz.

Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG hat einen Anstieg des Zigarettenschmuggels festgestellt.

Die Behörde habe 2025 rund 1,6 Millionen geschmuggelte Zigaretten gefunden, teilte das BAZG diese Woche mit.

Flugverkehr stark betroffen

Dies seien deutlich mehr als im Vorjahr, als 950.000 Zigaretten aufgespürt worden waren, und doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren, hiess es weiter.

Bei den 1,6 Millionen Zigaretten hätten die Zöllner rund 1,3 Millionen Glimmstängel im Flugverkehr in die Schweiz und rund 300.000 Zigaretten im Strassenverkehr sichergestellt.

Zolldaten 2025 laut BAZG
Tabakschmuggel legt im Gegensatz zum Fleischschmuggel zu. (Screenshot: muula.ch)

Etwa zwei Drittel der geschmuggelten Zigaretten fanden die Beamten im Flugverkehr am Flughafen Genf, hiess es weiter.

In Zürich lag der Anteil bei weniger als einem Drittel und in Basel habe es den kleinsten Teil gegeben.

Diese Verteilung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass viele der Zigaretten aus dem Flugverkehr weiter nach Frankreich geschmuggelt werden sollten, erklärte das BAZG ohne weitere Angaben.

Internationale Bandenkriminalität

Die Zigaretten im Strassenverkehr seien hingegen vorwiegend für den Schweizer Markt bestimmt und würden in der Regel an der Ost- und an der Südgrenze festgestellt.

Zigaretten werden meistens von Einzelpersonen in die Schweiz geschmuggelt, im Auftrag von grösseren, internationalen Netzwerken, gab die Zollbehörde an.

Dabei sollen offenbar günstig gekaufte oder produzierte Produkte ohne Entrichtung von Zöllen und Einfuhrsteuern zu höheren Preisen verkauft werden.

Boom im Online-Handel?

Im Handelswarenverkehr habe das BAZG im Jahr 2025 insgesamt 72,8 Millionen Zollanmeldungen erfasst.

Zugenommen hätten insbesondere wieder die Einfuhren mit 61,2 Millionen Zollanmeldungen nach 58,2 Millionen im Jahr 2024.

Das BAZG schob diesen Anstieg auf den anhaltenden Boom im Online-Handel mit Einzellieferungen für Private.

Doch auch der seit Januar 2025 aufgefahrene Protektionismus der Schweiz zeigt darin seine Wirkung.

Zolleinnahmen laut BAZG
Der Schweizer Zoll nimmt jährlich Milliarden ein. (Sceenshot: muula.ch)

Damals halbierte das Land zur Eindämmung des Einkaufstourismus nämlich die Wertfreigrenze bei der Mehrwertsteuer von 300 auf 150 Franken.

Einfuhren, die grösser als dieser Betrag sind, müssen beim Zoll angemeldet werden, weshalb es nun sowohl an den Schweizer Flughäfen als auch an den Grenzübergängen regelmässig Warteschlangen für die Zolldeklarationen gibt.

Millionen Mehranmeldungen schlagen sich aber nicht in Mehreinnahmen bei der Mehrwertsteuer nieder, wie aus dem neuesten Bericht des BAZG weiter hervorgeht.

Rückgänge bei Mehrwertsteuer

Die Gesamteinnahmen des Zolls, die einen hohen Anteil des Bundes darstellen, sanken 2025 zwar um 1,3 Prozent auf 23,4 Milliarden Franken nur leicht.

Doch die Mehrwertsteuereinnahmen gingen trotz Millionen mehr an Zollanmeldungen um rund 3 Prozent beziehungsweise 313 Millionen Franken auf 11,9 Milliarden Franken.

Der Protektionismus könnte quasi funktioniert haben, wobei auch die Frankenstärke den Einkaufswert derzeit drückt.

Aufwand nicht zu vernachlässigen

Ob es sich für das Land insgesamt rechnet, bleibt dagegen fraglich. Die Mehrarbeit beim Zoll zum Eintreiben von Mini-Beträgen kostet den Staat auch viel Geld.

Und der Schmuggel von 1,6 Millionen Zigaretten, also rund 80.000 Packungen, in einem ganzen Jahr spült auch kaum Steuern in die Staatskasse.

Die Kontrollen fressen aber viele Arbeitsstunden beim Zoll und die Strafverfahren bringen weiteren Aufwand im ganzen Land.

20.03.2026/kut.

Zigarettenschmuggel in die Schweiz floriert

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