Weltraumabenteuer der Ruag kostet Volk über 100 Millionen

Eine Rakete vor Wolken und dem Weltall
Die Ruag wollte hoch hinaus und liefert Millionenverluste. (Bild: Yuri / pixabay)

Der Rüstungsbetrieb Ruag International hat seine Verluste deutlich ausgeweitet. Die Strategie des Bundes geht schief und nun wird alles noch verschleiert.

Die Gründung des staatlichen Rüstungskonzerns Ruag ist vollkommen schiefgegangen.

Das Zusammenlegen von Aktivitäten im militärischen Bereich und dann das Aufspalten in Ruag und Ruag International wird für die Steuerzahler zum Millionengrab.

Umsatz eingebrochen

So weitete Ruag International, der Geschäftsteil des Rüstungsbetriebes, der sich unter dem Namen Beyond Gravity hauptsächlich mit Raumfahrt beschäftigt, im abgelaufenen Geschäftsjahr die Verluste um rund 7400 Prozent auf 119 Millionen Franken aus, wie das staatliche Unternehmen bekanntgab.

Wie dramatisch die Entwicklungen sind, zeigt der gesunkene Nettoumsatz 2025, der um 16,7 Prozent auf nur noch 412 Millionen Franken zurückging.

Nicht-raumfahrtbezogene Aktivitäten werden ohnehin veräussert, weil es der Bund als Eigner so entschieden hat.

Amazon belastet

Ruag International hätte in Standardisierung, industrielle Effizienz, technologische Transformation sowie skalierbare Produktions- und Prozessstrukturen investiert, weshalb diese Beträge belasteten, hiess es zum erneuten Fehlbetrag.

Zudem hätten die Produktverbesserungen aufgrund von Erkenntnissen aus Weltraummissionen der vergangenen Jahre zu negativen Ergebnissen geführt.

In Linköping in Schweden habe sich der Übergang von Entwicklung zu Serienproduktion für die Dispenser-Systeme von Amazons Leo-Satellitenkonstellation anspruchsvoller als geplant erwiesen, erklärte das von CEO André Wall geführte Staatsunternehmen zudem.

Digitalisierung bringt Verluste

Ein Digitalisierungsprojekt namens «EZYone» hätte obendrein erhebliche Ressourcen gebunden, hiess es weiter.

Für 2026 sei nach Schweden die schrittweise IT-Einführung an weiteren Standorten in der Schweiz, den USA, in Österreich und in Finnland vorgesehen, warnte Ruag International im Ausblick.

Im Fokus des Geschäftsjahres 2026 stünden aber die Reduktion von Risiken und die weitere Industrialisierung, Stabilisierung und digitale Transformation mit dem Ziel, die Ertragslage ab 2027 nachhaltig zu verbessern.

Das klingt zunächst nach weiteren Millionenverlusten und das IT-Projekt zeigt, wo die Schweizer Mini-Firma überall auf der Welt eigentlich herumturnt.

Erhöhte Intransparenz

Doch Beyond Gravity werde künftig enger an die raumfahrt- und sicherheitspolitischen Zielsetzungen des Bundes angebunden, hiess es weiter im Communiqué.

Damit ist die Eingliederung der Ruag wieder in die Verteidigungsinfrastruktur der Schweiz gemeint.

Der «positive» Nebeneffekt für Bundesbern ist dabei, dass das Volk die Millionenverluste nicht mehr direkt zu sehen bekommt.

Im Prinzip ging die ganze Schaffung der Ruag schief, wie es muula.ch formulierte.

26.03.2026/ena.

Weltraumabenteuer der Ruag kostet Volk über 100 Millionen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert