
Der Schweiz fliegen die Kosten zur Beschaffung von US-Kampfjets F-35 um die Ohren. Nun finden die Finanzprüfer des Bundes die nächsten Mehrausgaben.
Die Schweiz hat sich mit der Beschaffung von F-35-Kampfjets aus den USA selbst ein Ei ins Nest gelegt.
Mit einer Salamitaktik manövrierte sich das Land in den Kaufentscheid, der mit 6 Milliarden Franken quasi alle Kosten für 36 Flugzeuge beinhalten sollte.
Finanzprüfer werden fündig
Doch nun werden nicht nur die Ausgaben für die F-35 selbst bis zu einer Milliarde Franken teurer.
Die Kosten für die Infrastruktur der Kampfflugzeuge in der Schweiz gehen auch deutlich in die Höhe, wie die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK am heutigen Donnerstag in ihrer neuesten Untersuchung bekanntgab.
Ein klares Bild der Gesamtkosten gibt es ohnehin nicht.
Rund 70 Prozent teurer
Für die Stationierung und den Einsatz der F-35-Flotte sind bauliche Massnahmen auf den Militärflugplätzen Payerne VD, Meiringen BE und Emmen LU notwendig. Die Eidgenössischen Räte genehmigten dazu im Jahr 2022 einen Verpflichtungskredit über 120 Millionen Franken.
Das Kostendach von 120 Millionen Franken für die erforderlichen Immobilien wurde bereits 2018 festgelegt, die Flugzeugwahl jedoch erst 2021 getroffen.
Zum Zeitpunkt des Kreditantrags (Armeebotschaft 2022) lagen die konkreten Bauanforderungen noch nicht vor, wodurch die Kostenschätzung unzureichend abgesichert war.

Der überarbeitete Kostenvoranschlag des Bauprojekts vom März 2025 zeige aber prognostizierte Kosten von 200 Millionen Franken (182 Millionen ± 10 % Kostenungenauigkeit), hiess es nun von den Finanzprüfern.
14 Millionen Franken der Mehrkosten seien teuerungsbedingt und dies in einem Land, wo die Inflation seit Jahren quasi bei null liegt.
«Auslagerung» von Ausgaben
Die EFK identifizierte zusätzliche Projekte im Umfang von über 50 Millionen Franken, die in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang mit dem Vorhaben stünden, hiess es weiter kritisch im Gesamtbericht.
Ihre Abwicklung sei als separate Einzelprojekte vorgesehen und damit nicht in den 200 Millionen Franken enthalten.
Nach Einschätzung des Bundesamtes für Rüstung, Armasuisse, könne der Zusammenrechnungspflicht insbesondere wegen der noch unausgereiften Projektstände derzeit nicht entsprochen werden.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Zusatzbestellungen wegen US-Strafzöllen
Dabei fliegen der Schweiz quasi ständig neue Kostenüberschreitungen bei der Kampfjet-Beschaffung um die Ohren.
Die US-Regierung will mehr Geld, weil der US-Hersteller Lockheed Martin mehr von ihr will.
Und nun steht sogar in den Sternen, ob es überhaupt 36 Kampfjets gibt und, ob sich die Schweiz nicht im Rahmen der Zollverhandlungen mit den Amerikanern zu weiteren Käufen solcher Verteidigungsflugzeuge verpflichtet.
Die Frankenstärke hat das Land auch nicht ausgenutzt, denn die Beamten sicherten auf Basis des Beschaffungsvertrages gleich die Dollar-Franken-Relation.
Preisspirale nach oben
Der Baubeginn der neuen Infrastrukturen in Payerne erfolgte rund ein halbes Jahr verspätet.
Die eingeplanten Reserven seien dadurch bereits aufgebraucht, kritisierte die EFK zudem. Bei den Militärflugplätzen Meiringen und Emmen beträgt der Verzug auf den ursprünglich geplanten Start mindestens ein Jahr.
So dreht sich das Ganze ständig im Kreis, weil durch die Verzögerungen neue Informationen aufkommen, die dann zu neuen Kosten führen.
Nutzlose Beschaffung?
Letztlich zeigt sich, dass die Schweiz weder mit dem versprochenen Festpreis bei der Beschaffung der F-35-Kampfjets richtig lag noch die eigenen Kosten im Griff hat.
Und am Ende fliegen diese Kampfflugzeuge ohnehin nur im Kreis, weil sie für die kleine Schweiz völlig überdimensioniert sind.
Die Landesregierung will einfach den Amerikanern einen Gefallen tun. Egal, was es kostet.
22.01.2026/kut.





