
Die Zukunft der Finanzwelt liegt klar auf Blockchains. Nun zerstreut sogar die Deutsche Bundesbank die Bedenken vieler Menschen beim digitalen Euro.
Die Schweiz hinkt bei der Entwicklung des digitalen Finanzsystems mittlerweile völlig hinterher.
Doch die Euro-Länder machen aus guten Gründen vorwärts, wie nun selbst die konservative Deutsche Bundesbank am Beispiel des digitalen Euro erklärt.
US-Anbieter dominieren
Sie verteidigte den digitalen Euro sogar gegen Kritik und stellte einen baldigen Entscheid in Aussicht.
«Politisch rechne ich noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung», sagte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz im Interview mit der «Welt am Sonntag».
Das Projekt habe Priorität, auch weil Europa im Zahlungsverkehr stark von US-Anbietern abhängig sei.
EZB gibt Gas
«Rund zwei Drittel aller Transaktionen laufen über US-Anbieter», so Balz. Der digitale Euro solle eine europäische Alternative schaffen und die Resilienz erhöhen.
Es ist quasi wie beim Flugzeugbau, wo die Europäer voll vom US-Anbieter Boeing abhingen, bis sie als Alternative Airbus schufen. Bei der langjährigen Boeing-Krise profitieren sie mit Airbus nunmehr stark.
Daher forciert die Europäische Zentralbank EZB unter der Führung von Christine Lagarde den Digital-Euro.
Bei Marktversagen kommt der Staat
Zugleich wies Balz die Kritik zurück, der digitale Euro könne Bargeld verdrängen oder sei Ausdruck staatlicher Industriepolitik.
«Ich sehe den digitalen Euro als eine Art digitalen Zwilling des Bargelds», sagte er. Die Privatwirtschaft habe es bisher nicht geschafft, eine paneuropäische Zahlungslösung aufzubauen.
«Das ist ein klassisches Marktversagen», betonte der Bundesbanker. Der digitale Euro sei als zusätzliches Angebot gedacht, nicht als Ersatz.
Grossrisiko UBS
All diese Punkte dürften der Schweiz zu denken geben, denn sie schreibt nach einer Volksabstimmung antiquiertes Bargeld sogar in ihre Bundesverfassung.
Gleichzeitig erhöht sie die Abhängigkeit von den USA immer mehr, ohne auf die Gefahren zu achten.
Im Finanzbereich ist die Grossbank UBS beispielsweise nun mit einer nationalen Banklizenz in den USA bedacht worden, wie am Freitag bekannt wurde. Doch das erhöht die Risiken für die Schweiz enorm.
Schweiz verliert Anschluss
Im Zahlungsverkehr hinkt das Land ohnehin Lichtjahre hinterher. Instantzahlungen, die weltweit seit Jahren vielerorts Standard sind, setzen sich hierzulande erst langsam durch.
Vom digitalen Franken für die Breitennutzung und einer Begeisterung für Kryptowährungen auf Blockchains wie Bitcoin, Ethereum & Co. fehlen zudem jegliche Spuren.
Es gab Zeiten, da war die Schweiz in diesen Bereichen führend.
Handhabe bei Gold ähnlich
Auch die Lagerung deutscher Goldreserven im Ausland verteidigte Bundesbanker Balz, und dies klingt ähnlich wie bei der Schweizerischen Nationalbank SNB.
«Sollte es jemals nötig sein, unsere Goldreserven zu mobilisieren, müssen sie an den Handelsplätzen physisch verfügbar sein», sagte er.
New York und London seien zentrale Goldhandelsplätze. Die Schweiz setzt laut der SNB zwar neben London nicht mehr auf die USA, sondern auf Kanada. Aber die Argumentation ist dieselbe.
Verschlafen der Zukunft
Grundsätzlich gelte, die Bestände würden regelmässig überprüft und an der Sicherheit der Goldreserven bestehe aus Sicht der Bundesbank kein Zweifel.
Auch das klingt ganz gleich, wie die Handhabe in der Schweiz.
Beim Gold gehen die Finanzplätze also ähnlich vor. Die Schweiz verschläft jedoch die Zukunft eines digitalen Franken.
Da machen die Euro-Länder aus guten Gründen jetzt rascher vorwärts.
21.03.2026/kut.





