
Swisscom wollte in Italien mit einer Milliardenübernahme den Markt aufmischen. Nun will der Staatsbetrieb dort aber mit der Konkurrenz kooperieren.
Der Swisscom-Konzern reitet sich in Italien offenbar immer tiefer in Probleme hinein.
Nach der Milliardenübernahme von Vodafone Italia zu neuen Milliardenschulden will sich der Schweizer Staatsbetrieb nun aber im Mobilfunkmarkt mit der Konkurrenz verbünden.
Jeder bekommt 10 Regionen
Fastweb und Vodafone Italia, beide zur Swisscom gehörig, hätten mit dem Konkurrenten TIM eine vorläufige Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung von Mobilfunk-Zugangsnetzen (RAN) getroffen, teilte der Staatsbetrieb am heutigen Mittwoch mit.
Jeder Betreiber werde für den Netzausbau in 10 Regionen verantwortlich sein, sodass bis Ende 2028 ein Netz mit etwa 15.500 Standorten pro Betreiber entstehe, hiess es weiter.
Geld sparen im Vordergrund
Im Rahmen der vorläufigen Vereinbarung werde jeder Betreiber in den entsprechenden Gebieten das Funkzugangsnetz (RAN) des jeweils anderen nutzen, erklärte Swisscom zum Vorgehen. Damit wird klar, dass die Kundschaft quasi einem Anbieter in diesem Bereich gegenübersteht.
Bei diesem Kooperationsmodell, das in anderen EU-Ländern weit verbreitet sei, könnten beide Unternehmen ihre volle kommerzielle und technologische Unabhängigkeit wahren, hiess es zwar kryptisch.
Die Zusammenarbeit setzte zumindest Mittel durch die Kostensenkung frei, so die weiteren Überlegungen.
Bei Netzwerk-Geschäftsmodellen, wie Telekommunikation, fallen eben oftmals hohe Anfangsinvestitionen an.
Salamitaktik mit Behörden
Die Vereinbarung stehe aber unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT), die Wettbewerbsbehörde (AGCM) und die Kommunikationsbehörde (AGCom).
Von diesen Behörden hat Swisscom gerade erst die Bewilligungen erhalten, Vodafone Italia übernehmen zu dürfen.
Die Vereinbarung gelte vorbehältlich eines endgültigen Vertrags, der für das zweite Quartal 2026 erwartet werde, hiess es vorsichtig weiter im Communiqué.
Verschlechterungen in der Schweiz
Mit der schuldenfinanzierten Milliardenübernahme war der Gewinn von Swisscom unter der Führung von CEO Christoph Aeschlimann dramatisch eingebrochen.
Wie muula.ch zudem unlängst berichtete, bittet der staatliche Telekomanbieter nunmehr die Schweizer KMU quasi für den Milliarden-Deal zur Kasse.
Viele sind mit Preiserhöhungen und administrativem Zusatzaufwand konfrontiert.
Absprachen mit Wettbewerbern
An das italienische Milliardengrab der Swisscom, Fastweb, können sich auch noch viele Schweizer gut erinnern.
Und als Swisscom unlängst Vodafone Italia übernommen hat, war von einer Kooperation mit der Konkurrenz keine Rede gewesen.
Möglicherweise läuft die neue Milliardenübernahme auf ein Milliardengrab hinaus und die Kooperation mit der Konkurrenz soll dies verhindern.
07.01.2026/kut.





