
Der Rückversicherer Swiss Re hat ein Rekordjahr verzeichnet und verteilt Geld an die Eigentümer. Die Strategie des neuen CEO Andreas Berger geht auf.
Wenn eine Person etwas Kompliziertes einfach erklären kann, hat sie die Sache selbst verstanden.
Doch Rückversicherer werfen immer mit irgendwelchen Begriffen um sich, wenn sie etwas gefragt werden, und kaum jemand versteht die Antworten.
Widerstandskraft stärken
Das ist beim Schweizer Rückversicherer Swiss Re nun aber nicht mehr so, seit Andreas Berger den Konzern als CEO führt.
Fragende erhalten von ihm klare Ansagen und Antworten, und dies zahlt sich für den weltweit agierenden Konzern aus.

Die Widerstandskraft stärken und einen Konzerngewinn von mindestens 4,5 Milliarden Dollar liefern, lautete das Mantra von Berger seit seinem Amtsantritt im Juli 2024.
Für sein erstes volles Geschäftsjahr verkündete er am Freitag in Zürich vor den Medien, dass Swiss Re genau dies geliefert habe.
Der Konzerngewinn legte um 47 Prozent sogar auf 4,8 Milliarden Dollar zu.
Gute Schaden-Kosten-Quoten
Die Stärkung der Reserven, ein wichtiger Vorgang für die Widerstandsfähigkeit von Versicherern, nahm Berger in allen Geschäftssparten vor.
Damit ist der zweitgrösste Rückversicherer gut für die Zukunft gerüstet. Rückversicherung ist das Managen von Volatilität, und gute Anbieter, wie Marktführer Munich Re oder Swiss Re, zahlen bei Schäden quasi sofort.
Etwas Glück hatte der neue CEO von Swiss Re im vergangenen Geschäftsjahr allerdings schon.
Es gab kaum Grossschäden und vom Budget der Naturgefahrenschäden verbrauchte Swiss Re gerade einmal 814 Millionen der jährlich einkalkulierten 2 Milliarden Dollar.
Damit sind die Schaden-Kosten-Quoten deutlich besser als geplant.
Sinkende Prämieneinnahmen
Einzig das Strategieziel im Lebensbereich, mindestens 1,6 Milliarden Dollar an Gewinn zu erwirtschaften, verfehlte der Rückversicherer.
Dies geschah, weil Swiss Re die Reserven im Leben- und Krankenrückversicherungsgeschäft um rund 650 Millionen Dollar aufstockte.
Aber auch das ist eher ein vorsichtiger Ansatz, der sich in Zukunft auszahlen dürfte. Lieber so, als dass der neue CEO dafür irgendwann einmal zur Verantwortung gezogen wird.
Die Puffer sind also in allen Geschäftsbereichen hoch, und mit dem weicher werdenden Rückversicherungsmarkt – die Kunden sehen ja, dass es deutlich weniger Schäden gibt – gehen die Prämieneinnahmen bei Swiss Re zurück.
Im Jahr 2025 sanken sie um rund 5 Prozent auf knapp über 43 Milliarden Dollar.
Grösserer Aktienrückkauf
Doch an dieser Stelle machte der einstige Berater von Boston Consulting Group (BCG) klar, dass es kein Prämienwachstum um jeden Preis gibt. Die Tarife müssten auskömmlich sein, ansonsten verzichte Swiss Re auf das Geschäft.
Um diesem Vorgehen gewissen Nachdruck zu verleihen, erhöhte der Rückversicherer den Dividendenvorschlag an die Generalversammlung um 9 Prozent auf 8 Dollar je Swiss-Re-Aktie. Hinzu kommt ein neues Aktienrückkaufprogramm, das um 1 auf 1,5 Milliarden Dollar ausgeweitet wurde.
Belohnung an der Börse
Braucht Swiss Re das Kapital für Geschäftswachstum oder sinnvolle Akquisitionen nicht, geht es an die Eigentümer zurück, lautet die Botschaft von CEO Berger.
An der Börse kam die Einlösung des Versprochenen gut an. Die Swiss-Re-Papiere stiegen gleich zu Handelsbeginn um rund 5 Prozent und verloren dann im Laufe des Tages etwas von ihren Gewinnen.
Wer komplizierte Dinge einfach erklären kann, hat sie selbst gut verstanden. Genau dies belohnen nun die Investoren bei dem Rückversicherer Swiss Re.
27.02.2026/kut.




