SMG schüttelt den Preisüberwacher elegant ab

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Die SMG wird Preisüberwacher Stefan Meierhans los. (Bild: PD)

Die Schweiz hält sich einen staatlichen Kontrolleur von Preisen. Wie unnütz der ist, zeigt die Einigung mit der SMG Swiss Marketplace Group bei Online-Portalen.

Die SMG Swiss Marketplace Group hat sich mit dem Preisüberwacher auf eine einvernehmliche Lösung für Ricardo und SMG Real Estate geeinigt.

Neuregelungen ab April

Die Schweizer Preispolizei führte aufgrund von Beanstandungen zu den Preismodellen grosser digitaler Schweizer Inserat-Plattformen informelle Abklärungen bei dem börsenkotierten Anbieter von Online-Marktplätzen durch.

Die SMG werde im Bereich Real Estate ein neues Flex-Offer-Modell mit angepassten Gebühren einführen und bei Ricardo verschiedene Rabatt-Massnahmen umsetzen, teilten sowohl die SMG als auch der staatliche Preisüberwacher am heutigen Dienstag mit.

Die neuen Angebote muss SMG bis spätestens per 1. April 2026 umsetzen.

Erfolge in Anführungszeichen

Im Bereich Immobilien habe der Preisüberwacher eine hohe Komplexität und teilweise begrenzte Preistransparenz festgestellt, hiess es weiter.

Deshalb habe der Fokus von Preisüberwacher Stefan Meierhans auf einem klar strukturierten und preislich nachvollziehbaren Angebot gelegen, machte die Schweizer Behörde weiter bekannt.

Bei der Plattform Ricardo standen die «Erfolgsgebühren» im Zentrum, welche für erfolgreiche Verkäufe zu entrichten sind.

Nach intensiven Verhandlungen habe sich der Preisüberwacher mit Ricardo auf mehrere Rabatte in Höhe von 10 Prozent für verschiedene Verkaufsformate geeinigt, lautete dann auch die staatliche «Erfolgsmeldung».

Drei Jahre lang Ruhe

Der Preisüberwacher erwartet Einsparungen auf Seiten der Verkäufer.

In der Folge der zwei Vereinbarungen stelle der Preisüberwacher seine informellen Abklärungen in beiden Bereichen ein, hiess es.

Damit erhalte die SMG für die nächsten drei Jahre Rechtssicherheit in dieser Angelegenheit, frohlockte das von Christoph Tonini als CEO geführte Unternehmen.

SMG-CEO Christoph Tonini
SMG-CEO Christoph Tonini (Bild: PD)

Die Vereinbarungen mit dem Preisüberwacher hätten aber keinen Einfluss auf die bereits kommunizierten Finanzziele, Wachstums- und Profitabilitätsprognosen von SMG, erklärte die an der Schweizer Börse SIX kotierte Firma zu der Einigung.

Dies zeigt aber, dass die Preisänderungen ohnehin schon geplant waren.

Gesetz greift gar nicht

SMG erachtete die Voraussetzungen zum Erlass eines Entscheids gemäss Preisüberwachungsgesetz sowieso nicht als erfüllt.

Tonini bot aber aktiv Hand für eine einvernehmliche Lösung, wie aus den Vereinbarungen hervorgeht.

Dies verdeutlicht auch, dass die Zugeständnisse – ein verständlicheres Preismodell und Rabatte – bei dem sowieso auslaufenden Plattform-Modell vorgesehen waren.

Insofern braucht es diesen ganzen Preisüberwacher auch gar nicht. Die Firmen können dafür selber sorgen, ohne Steuergeld für solche Sachen einzusetzen.

Wettbewerb entscheidend

Welche Unklarheit Meierhans dennoch über Unternehmen ausüben kann, verdeutlicht die Börsenreaktion bei SMG.

Die Titel stiegen am heutigen Dienstag um über 18 Prozent und der Aktienkurs geht langsam wieder in Richtung des Ausgabepreises zum Börsengang.

Falls die SMG wirklich eine marktbeherrschende Stellung ausnutzen würde und Kunden keine ausreichenden Alternativen hätten, wäre ohnehin die Wettbewerbskommission Weko zuständig.

Die hat bei SMG ebenfalls eine Untersuchung laufen.

06.01.2025/kut.

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