
Der Bauchemiehersteller Sika hat 2025 einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Auch sonst läuft vieles in der erfolgsverwöhnten Firma nicht rund.
Der Bauchemiekonzern Sika ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 geschrumpft.
Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 11,2 Milliarden Franken, wie das in Baar ZG domizilierte Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen am Dienstag bekanntgab.
16 Prozent in weiter Ferne
Den Fremdwährungseffekt gab Sika mit -5,4 Prozent an, was heisst, dass der starke Schweizerfranken belastete.
Doch das Wachstum in Lokalwährungen betrug 2025 nur 0,6 Prozent. In der Vergangenheit war dies sogar zweistellig gewesen.
Im Jahr 2022 lag der Wert wohlgemerkt bei 15,8 Prozent. Das strategische Ziel beim Umsatzwachstum in Lokalwährungen liegt derzeit bei jährlich 6 bis 9 Prozent und wird von Sika klar verfehlt.
In der Region Asien/Pazifik ging der Umsatz in Lokalwährungen sogar um 5,2 Prozent zurück.
China und Autobau belasten
Das organische Wachstum betrug 2025 auch nur -0,4 Prozent.
Das Sika-Management um CEO Thomas Hasler und Finanzchef Adrian Widmer macht für die Negativentwicklungen beispielsweise Beeinträchtigungen der US-amerikanischen kommerziellen Bauwirtschaft durch den Government-Shutdown sowie eine anhaltende Marktschwäche im Wohnbausektor in China verantwortlich.
Sika produziert aber auch Klebstoffe für die Automobilindustrie, wo es derzeit ebenfalls nicht rund läuft.
Nach Strategie- folgt Prozesskrise
Im Rahmen eines Effizienzprogramms leitete Sika strukturelle Anpassungen in China sowie effizienzsteigernde Massnahmen in anderen Märkten ein.
Die Optimierung des Produktionsnetzwerks und die Vereinfachung organisatorischer Strukturen zur Steigerung der Effizienz seien in vollem Gange, hiess es im typischen Marketingdeutsch von Sika. Doch neben der Strategiekrise wird schon die Prozesskrise sichtbar.
Anfragen von Medien, inklusive mehrerer von muula.ch, liess Sika einfach unbeantwortet, was zeigt, dass Standardprozesse nicht mehr funktionieren.
Banker in den Verwaltungsrat
Neben dem Effizienzprogramm nimmt Sika auch Personalwechsel im Verwaltungsrat vor.
An der Generalversammlung vom 24. März 2026 würden Barbara Frei und Lukas Gähwiler zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen, teilte Sika mit.
Frei war früher Mitglied des Executive Committee von Schneider Electric und Gähwiler ist Vizepräsident des Verwaltungsrats der UBS Group AG.
Der einstige Sika-CEO Paul Schuler, der eine wichtige Rolle bei der Abwehr der Übernahmeschlacht durch Saint-Gobain gespielt hat und seit 2021 im Sika-Aufsichtsgremium sitzt, trete nicht mehr zur Wiederwahl an, hiess es.
Einbruch der Profitabilität
Sika erwartet nun für das Gesamtjahr 2025 eine operative Marge auf Stufe Ebitda von leicht über 19 Prozent, ohne Berücksichtigung von rund 90 Millionen einmaliger Kosten im Zusammenhang mit dem Effizienzprogramm.
Die aktualisierte Margenerwartung für 2025 spiegelt die Auswirkungen schwächerer Märkte auf das organische Umsatzwachstum im vierten Quartal wider, erklärte der Bauchemiekonzern.
Das strategische Ziel bei der Betriebsgewinnmarge liegt aber zwischen 20 und 23 Prozent. Also nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Gewinn versagt das Sika-Management.
Sika-Aktien im freien Fall
Doch CEO Hasler sitzt seit kurzer Zeit im Gesellschafterausschuss des deutschen Baustoffherstellers Knauf, als hätte er bei Sika nicht genug zu tun.
An der Börse kamen die Hiobsbotschaften gar nicht gut an. Der Aktienkurs der Sika-Titel brach gleich zum Handelsbeginn in einem seitwärts tendierenden Finanzmarkt um über 7 Prozent ein.
Dies signalisiert, dass die eingeleiteten Massnahmen bei Sika in den Augen der Investoren nicht reichen.
13.01.2026/kut./Meldung mit Börsenreaktion ergänzt





