Schweizer Inflation schnellt in die Höhe

Pfeile nach oben in Würfeln mit einer Hand
Die Teuerung geht in der Schweiz nach oben. (Symbolbild: pixabay)

Die Teuerung zieht in der Schweiz an. Doch der grosse Inflationsschub durch den US-israelischen Angriffskrieg auf Iran steht erst noch an.

Die Schweiz hat sich vom Nullpunkt der Teuerung entfernt und das Risiko einer Deflation ist gebannt.

Bewegung innert Monatsfrist

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stieg im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Gründonnerstag bekanntgab.

Gegenüber dem Vormonat habe das Schweizer Preisniveau um 0,2 Prozent zugelegt, hiess es weiter.

Entwicklung der Teuerung in der Schweiz laut BFS
Der LIK steigt plötzlich an. (Screenshot: muula.ch)

Höhere Preise seien für Heizöl und für Pauschalreisen ins Ausland festgestellt worden.

Erdölprodukte verteuerten sich innerhalb eines Monats um 10,6 Prozent, wie aus den Detaildaten hervorgeht.

Die Preise für Energie und Treibstoffe legten um 4,4 Prozent zu.

Inlandgüter verbilligten sich um 0,2 Prozent. Importgüter verteuerten sich dagegen um 1,8 Prozent, wie das BFS weiter bekanntgab.

Manipulation zeigt Wirkung

Innert Jahresfrist sind die Entwicklungen dagegen anders.

Die Preise von Inlandgütern zogen im März zum Vorjahresmärz um 0,5 Prozent an.

Die aus dem Ausland eingeführten Waren und Dienstleistungen verbilligten sich innerhalb von 12 Monaten um 0,3 Prozent.

Doch die Manipulationen der Bundesstatistiker, welche muula.ch für die Teuerungsmessung ab Januar 2026 offengelegt hat, zeigen ihre Wirkung.

Entgegengesetzte Realität

So zogen die Preise von alkoholischen Getränken und Tabak um 2,4 Prozent an.

Dies war erwartet worden, weshalb die Statistiker den Anteil am Warenkorb eigens noch erhöhten, obwohl immer weniger Schweizer Alkohol konsumieren beziehungsweise rauchen.

Wohlgemerkt bestand in der Schweiz das Risiko, längerfristig in Deflation zu verfallen.

Und schnurstracks werkelte das BFS am Warenkorb herum und diese Gefahr wurde gebannt.

Teuerungsschub kommt noch

Die Preise der Wohnungsmieten erhöhten sich im März innerhalb eines Jahres um 1,4 Prozent.

Der US-israelische Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran zeigt sich dagegen noch nicht so stark, wie in der Monatsfrist.

Die Preise von Erdölprodukten zogen gegenüber dem März 2025 «nur» um 5,3 Prozent an, wie das BFS angab.

Energie und Treibstoffe verteuerten sich bloss um 0,5 Prozent.

Langsames Durchdringen

Bei Heizöl ist genau dieser Effekt aber schon besser zu beobachten. Gegenüber dem Vormonat legten die Preise von Heizöl um 31,0 Prozent zu.

Gegenüber dem Vorjahresmonat dagegen um 21,8 Prozent.

Langsam, aber sicher wandeln sich die Preiserhöhungen auch in den Daten zur Inflation.

Bei Energie können die Preise in der Schweiz ohnehin nicht so stark steigen, weil sie administriert sind und Endverbrauchern nur einmal pro Jahr angepasst werden können.

Umsätze drosseln

Gehen die Preise allerdings weiter richtig stark durch die Decke, müsste die Schweizerische Nationalbank SNB die Leitzinsen anheben, um den Preisauftrieb zu dämpfen.

Mit höheren Zinsen wird das Sparen bekanntermassen attraktiver und das Konsumieren geht zurück. Sinken die Umsätze bei den Unternehmen, müssen sie ihre Verkaufspreise senken, so der Mechanismus.

Langfristig wird sich nun zeigen, ob die Manipulationen beim LIK nach hinten losgehen. Denn mit dem Iran-Krieg hatte niemand gerechnet und daher auch nicht mit einem starken Preisanstieg.

Einen gegenläufigen Effekt gibt der Schweiz etwas Hoffnung. Mit jeder geopolitischen Eskalation steigt der Schweizerfranken und dies verbilligt Importe.

02.04.2026/kut.

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