
Das Preisniveau sinkt in der Schweiz rasant. Selbst wenn Statistiker künstlich Inflation produzieren, zeigen Firmen die wahren Entwicklungen.
Die Schweizer Teuerung saust in den Keller und die Grundlage für weitere Preisrutsche ist gelegt.
Rückgänge von über 30 Prozent
Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise sank im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am Montag zu den neuesten Zahlen bekanntgab.
Die inländischen Produzentenpreise gaben innerhalb von 12 Monaten um 1,5 Prozent nach. Mineralölprodukte wurden sogar 20,5 Prozent günstiger. Der Importpreisindex sank sogar um 3,5 Prozent, wie aus dem Communiqué weiter hervorgeht.
Die Preise von importierten Bergbauprodukten gaben fast 30 Prozent nach. Eingeführte Energie verbilligte sich um 22,9 Prozent.
Klarer Mechanismus
Damit wird klar, dass Firmen hierzulande deutlich von rückläufigen Preisen profitieren.
Dieser BFS-Index ist daher ein Indikator, wie sich die Inflation für die Verbraucher entwickeln wird. Wenn Spielräume für Preissenkungen bei den Unternehmen entstehen, können sie diese an die Konsumenten weitergeben.
Umgekehrt gilt aber auch: Wenn Firmen höhere Einkaufspreise verzeichnen, werden Verbraucher bald mit Preiserhöhungen konfrontiert.
Günstigere Mineralölprodukte
Doch von Letzterem ist derzeit kaum etwas zu spüren. Gegenüber dem Vormonat sanken im Januar 2026 die Erzeugerpreise um 0,2 Prozent, wie das BFS weiter bekanntgab.
Sinkende Preise gegenüber dem Vormonat seien im Produzentenpreisindex vor allem für
Elektrizität, Bestrahlungs-, Elektrotherapie- und elektromedizinische Geräte, Mineralölprodukte und Schlachtschweine verzeichnet worden, hiess es.
Allein in einem Monat sanken die Preise von Mineralölprodukten um 8,1 Prozent.
Unwichtige Erhöhungen
Für den Rückgang des Importpreisindexes gegenüber dem Dezember 2025 seien insbesondere Mineralölprodukte, pharmazeutische Spezialitäten sowie Erdöl und Erdgas verantwortlich.
Innerhalb weniger Tage gingen die Preise von Mineralölprodukten um 9,7 Prozent und von Energie um 8,5 Prozent zurück.
Billiger wurden binnen eines Monats laut dem BFS aber auch medizinische und zahnmedizinische Apparate und Materialien, Rohkaffee, Metallprodukte, Tablets und elektronische Bauelemente und Leiterplatten.
Steigende Preise zeigten demgegenüber Obst, Metalle und Metallhalbzeug sowie Gemüse, Melonen und Kartoffeln. Doch das sind alles nur geringe Einflussgrössen.
Kniff bei der Berechnung
Die Schweiz hat das Problem, dass es kaum noch Inflation im Inland gibt und der extrem starke Schweizerfranken die Importe weiter verbilligt.
Dadurch kommt die Schweizerische Nationalbank SNB in die Zwickmühle, wieder Negativzinsen einführen zu müssen.
Um dies zu vermeiden, half das BFS nach und produzierte künstliche Teuerung indem es neu die Langzeitpflege in die Berechnung aufnahmen, wie muula.ch berichtete.
Ausserdem erhöhten die Statistiker die Warenkorb-Anteile von Gütern, die teurer werden. Formal kommt dadurch eine höhere Teuerung zustande.
Realität zeigt Deflation
Die Unternehmen verfolgen die Preise aber viel genauer als Privatpersonen.
Firmen besorgen sich ihre Vorprodukte und Dienstleistungen, die in ihre Waren und Services einfliessen, dort, wo sie günstig sind.
Daher zeigt der Produzenten- und Importpreisindex, wie sich das wahre Preisniveau in der Schweiz entwickelt.
Es geht weiter in den Keller und die Deflationsspirale wird Realität.
23.02.2206/kut.




