Schweiz wird offiziell zum Altersheim

Eine Frau im Rollstuhl mit einer Pflegekraft vor Alpenpanorama
In der Schweiz leben immer mehr ältere Menschen. (Symbolbild: pixabay)

Erstmals ist der Anteil Älterer in der Schweiz grösser als Jüngerer. Doch die Bevölkerung nahm in allen Kantonen zu, besonders in Schaffhausen und Basel.

Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz legte 2025 um 0,8 Prozent auf 9.124.300 Personen zu.

Damit wuchs die Zahl der Einwohner etwas langsamer als noch 2024, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Donnerstag mit.

Bern und Jura als Schlusslichter

Die Bevölkerung sei in allen Kantonen gewachsen, hiess es weiter.

Den stärksten Zuwachs hätten Schaffhausen mit +1,6 Prozent, Basel-Stadt mit +1,4 Prozent und das Wallis mit +1,3 Prozent verzeichnet.

Am wenigsten habe die Bevölkerung in den Kantonen Glarus und Tessin mit je +0,2 Prozent sowie in Bern, im Jura und in Neuenburg mit je +0,4 Prozent zugenommen, so die Statistiker.

Verhältnis gekippt

Damit leben also 73.300 Personen mehr in der Schweiz. Doch das Alter spielt eine immer grössere Rolle, wie das BFS weiter ausführte.

Im Jahr 2025 habe die Zahl der Personen ab 65 Jahren erstmals die Zahl der unter 20-Jährigen überschritten. Konkret waren es 1.811.000 gegenüber 1.802.000.

Diese Entwicklung verdeutliche die schneller fortschreitende demografische Alterung der vergangenen Jahre, erklärten die Statistiker diesbzüglich.

Rasante Entwicklung

Der Altersquotient liege erstmals bei diesen fast gleich grossen Menschengruppen leicht über dem Jugendquotienten.

2025 kamen 32,9 Personen ab 65 Jahren und 32,7 Personen unter 20 Jahren auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren.

Im Jahr 2005 lagen diese Quoten noch bei 25,7 und 35,3 Personen.

Im Jahr 2015 veränderten sich die Werte auf 29,0 und 32,5 Personen, also relativ rasch.

Die Schweiz wird also langsam, aber sicher auch offiziell zu einem Altersheim.

Frauen leben länger als Männer

Die Älteren leben ohnehin immer länger.

Die Lebenserwartung bei Geburt sei bei Frauen um 0,4 Jahre und bei Männern um 0,3 Jahre gestiegen und habe sich im Jahr 2025 auf 86,3 beziehungsweise 82,7 Jahre belaufen.

Selbst die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren nahm nochmals zu.

Bei den Frauen erhöhte sie sich etwas weniger stark als bei Männern und lag bei 23,2 beziehungsweise 20,7 Jahren. Im Jahr 2024 lagen diese Werte noch 23,0 und 20,4 Jahren.

Sinkende Geburtenraten

Während ältere Menschen also länger leben, kommen weniger Babys in der Schweiz zur Welt.

2025 seien in der Schweiz 77.900 Lebendgeburten registriert worden, teilte das BFS diesbezüglich mit. Dies seien 400 beziehungsweise 0,5 Prozent weniger als 2024. Die Geburtenzahl sei das vierte Jahr in Folge rückläufig, hiess es weiter.

Dagegen sank die Zahl der Todesfälle um 0,3 Prozent auf 71.700.

Einfache Rechnung

Der Wanderungssaldo, also die Differenz zwischen Ein- und Auswanderungen, verringerte sich um 6,6 Prozent auf besagte 77.300 Personen. 

Wer nun alles zusammenzählt, also die ständige Wohnbevölkerung von 2024 von 9.051.000 Personen plus die Geburten 2025 minus die Todesfälle 2025 plus den Einwanderungssaldo, kommt bis auf einen kleinen Rundungsfehler auf die neue Zahl von 9.124.300 Personen.

Davon sind es immer mehr Ältere.

02.04.2026/kut.

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