Schweiz rauscht tiefer in die Eier-Krise

Eier in einer Packung
In der Schweiz gibt es regelmässig Versorgungsengpässe bei Eiern. (Bild: pixabay)

Bundesbern lernt aus der ständigen Eier-Misere der Schweiz nichts hinzu. Dabei wäre die Lösung für die Versorgung des Landes relativ einfach.

Die Schweiz legt sich bei Eiern regelmässig selbst ein Ei.

Der Bedarf an Eiern steigt nämlich rasant, wie der Bundesrat bekanntgab.

Ein Dutzend mehr pro Person

Im Jahr 2025 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch mit 209 Eiern pro Jahr das erste Mal über 200 Stück.

Dies seien fast ein Dutzend Eier pro Person mehr als im Vorjahr, hiess es weiter. Im Vergleich zum Jahr 2023 betrug der Mehrbedarf im Jahr 2025 knapp 11 Prozent.

Insgesamt gelangten in der Schweiz im Jahr 2025 rund 1,9 Milliarden Eier auf den Markt.

Bundesrat muss handeln

Doch dies reicht bei weitem nicht, wie Schweizer Konsumenten regelmässig in ihren Supermärkten bei Migros, Coop, Denner, Aldi & Co. an den leeren Eierregalen sehen können.

Leeres Eierregal bei Coop
Schweizer stehen oft, wie bei Coop, vor leeren Eier-Regalen. (Bild: muula.ch)

Die inländische Eierproduktion vermag die nach wie vor stark steigende Nachfrage auch dieses Jahr nicht zu decken, mahnte die Landesregierung kurz vor Ostern.

Gleichzeitig habe der Bundesrat deshalb das laufende Zollkontingent 2026 für Konsumeier um 15.000 auf 36.000 Tonnen erhöht, wie es weiter hiess.

Dieses Jahr ausgesorgt?

Damit könnten bis Ende des Jahres rund 240 Millionen Eier zusätzlich zum tiefen Zollansatz in die Schweiz importiert werden, teilte der Bundesrat zu dem regelmässigen Anpassen der Importkontingente mit.

Mit dieser stark erhöhten Kontingentsmenge werde die Versorgung mit Konsumeiern im aktuellen Jahr sichergestellt, hiess es zwar.

Doch garantiert ist dies keineswegs, wie die Eier-Dramen der Vorjahre regelmässig zeigen, als sich der Bundesrat auch siegessicher gab und doch immer wieder die Importlimite erhöhen musste.

Absatzgarantie für Bauern

Die Schweizer Landwirte reiben sich ohnehin stets die Hände, weil sie nur wenig ausländische Konkurrenz fürchten müssen.

Doch wieder einmal geht das Umsorgen der Schweizer Agrarindustrie noch weiter.

Der Eierhandel sicherte nämlich mit der Kontingenterhöhung gleichzeitig zu, die mit den inländischen Eierproduzenten vereinbarte Menge an Schweizer Eiern auch zu übernehmen.

Das ist indirekt eine Abnahmegarantie ohne jegliches Risiko.

Besser geht es wohl kaum, und daher war der Widerstand gegen die Importerweiterung wohl auch verhalten.

Viele Hürden aufgebaut

Die Schweiz könnte den Detailhändlern, die über den Bedarf der Konsumenten viel besser Bescheid wissen als der Bundesrat, die Importe von Eiern überlassen.

Dann müsste sich nicht immer die Landesregierung mit solchem Kleinkram befassen.

Die Agrarindustrie ist allerdings in der Schweiz weit oben aufgehängt, damit nicht einfach jemand auf unteren Ebenen etwas zum Nachteil der Bauern ändern kann.

Konsumenten bevormunden

Der Protektionismus der Schweiz führt aber regelmässig zu Versorgungsengpässen um Eier, Butter & Co.

Die Planwirtschaft geht bekanntermassen nicht nur in Kuba oder Nordkorea ständig schief, sondern auch in Bern, wenn die Nachfrage grösser als das Angebot ist.

Und die Schweizer Konsumenten dürfen auch nicht frei entscheiden, welche Eier sie kaufen wollen – denn dies schreibt ihnen nicht selten der Staat über die Importlimitierungen vor.

Eine Änderung ist aber bisher nicht in Sicht – somit legt sich die Schweiz auch weiterhin ständig selbst ein Ei.

07.04.2026/ena.

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