
Klaus Grohe ist tot. Der langjährige Chef des Armaturenherstellers Hansgrohe verstarb im Alter von 88 Jahren und hinterlässt einen Weltkonzern.
Sanitärunternehmer Klaus Grohe ist tot.
Der langjährige Chef von Hansgrohe, dem Armaturenhersteller in Schiltach (D), starb bereits am 3. Januar 2026 im Alter von 88 Jahren.
Unerlässlicher Tatendrang
Dies gab das schwäbische Unternehmen aber erst diese Woche bekannt.
Fast fünf Jahrzehnte bestimmte Klaus Grohe die Geschicke der Familienfirma im Schwarzwald als geschäftsführender Gesellschafter, ab 1999 als Vorstandsvorsitzender und von 2008 bis 2015 als Vorsitzender des Aufsichtsrats.
Mit seinen visionären Ideen, seinem unerlässlichen Tatendrang und seiner steten Kundenorientierung entwickelte er Hansgrohe zu einem Global Player der Sanitärbranche, würdigte das Unternehmen den Verstorbenen.
Frühe Umweltgedanken
Er habe Wohlstand in die Region, aber auch an viele andere Orte der Welt gebracht, hiess es weiter.
Anstand und Werte lebte er nicht nur selbst vor, sondern gab sie auch weiter. Der Unternehmer sei nah an den Kunden, an den Produkten sowie an den Mitarbeitern gewesen, lobte Hansgrohe den einstigen Chef.
Bevor Nachhaltigkeit in aller Munde war, habe sich Klaus Grohe für umweltbewusstes Denken und Handeln, wie die Entwicklung wassersparender Brausen, eingesetzt.

Klaus Grohe erkannte früh, dass Armaturen und Brausen nicht nur Technik, sondern auch Designprodukte sind. Genau dies trug entscheidend dazu bei, das Badezimmer als gestalteten Lebensraum und Wellness-Ort zu etablieren.
Dazu holte er Stardesigner, wie Philippe Starck, die seine Produkte gestalteten.
Milliardenumsatz generiert
Parallel professionalisierte er das Marketing, führte ein durchgängiges Corporate Design ein.
Klaus Grohe machte aus Hansgrohe eine international wiedererkennbare Marke. Deren Produkte sind heute auch neben lokalen Marken, wie Geberit oder KWC, in unzähligen Schweizer Badezimmern verbaut.
Im Jahr 2024 erwirtschaftete die Hansgrohe Group einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn auf Stufe Ebit von 200 Millionen Euro.
Weltweit beschäftigt das Unternehmen, das mit drei Angestellten begann, rund 5600 Mitarbeiter, davon 60 Prozent in Deutschland.
Bruder als Konkurrent
Klaus Grohe übernahm das Familienunternehmen von seinem Vater Hans Grohe, der die Firma 1901 in der Schwarzwaldgemeinde Schiltach in Baden-Württemberg gegründet hatte.
Im Jahr 1934 wurden die ersten Auslandsvertretungen gegründet, unter anderem in Nordafrika, Palästina und Syrien.
Ein anderer Sohn von Hans Grohe, Friedrich, kaufte 1936 eine eigene Firma und baute parallel den Armaturenhersteller Grohe in Düsseldorf auf.
Dieser hat aber nichts mit der Firma Hansgrohe zu tun und gehört mittlerweile Japanern.
Die Welt steht offen
Klaus Grohe wird vielen Schweizern aber mit Erfindungen, wie der Duschstange, der Brause mit verstellbaren Strahlarten oder der Küchenarmatur mit Ausziehauslauf quasi tagtäglich in Erinnerung bleiben.
Von einem kleinen Ort können innovative und tatkräftige Unternehmer die ganze Welt erobern.
Dies sollte auch eine wichtige Botschaft für die Schweiz sein.
09.01.2026/kut.





