
Der Detailhändler Migros zieht sich vom deutschen Markt zurück. Die Tegut-Gruppe geht teils an Edeka und das Auslandsabenteuer belastet noch 2025.
Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) hat beschlossen, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen.
Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung habe die GMZ einen Vertrag mit dem Detailhändler Edeka zur Übernahme eines wesentlichen Teils der Tegut-Gruppe unterzeichnet.
Langfristig nicht überlebensfähig
Dies teilte Migros in Zürich am heutigen Mittwoch überraschend mit. Mit weiteren bekannten deutschen Marktteilnehmern sei die GMZ in fortgeschrittenen Verhandlungen, hiess es weiter.
Damit wird klar, was bereits durch viele Medien kursierte.
Das Auslandsabenteuer der Migros nach Deutschland, welches bereits mit Supermärkten scheiterte, geht nun auch mit Tegut zu Ende.

Trotz massiver Kosteneinsparungen, welche die operativen Verluste der Tegut-Gruppe im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte reduziert hätten, habe sich das Marktumfeld in Deutschland weiter verschärft und zu rückläufigen Umsätzen geführt, hiess es weiter im Communiqué.
Eine Analyse habe deutlich gemacht, dass Tegut unter diesen Bedingungen mit der spezifischen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgrösse langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig sei.
Kaufpreis als Geheimnis
Edeka übernehme einen wesentlichen Teil des Filialportfolios mit den Vertriebsmitarbeitern, das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei sowie die Smart Retail Solutions, Betreiberin der Teo-Standorte in Deutschland.
Über den Kaufpreis sei Stillschweigen zwischen den Parteien vereinbart worden, hiess es verklausuliert.
Die Übergabe der Filialen an Edeka sowie an weitere Marktteilnehmer stehe noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung des Bundeskartellamts.
Belastungen noch in 2025
Die finanziellen Auswirkungen der Transaktion würden aber noch im Jahresabschluss 2025 sichtbar sein, der am 24. März veröffentlicht werde, umschrieb Migros die fatalen Folgen der missratenen Auslandsexpansion.
Die Gesamtabwicklung führe zu ausserordentlichen Aufwänden, die das Ergebnis der Genossenschaft Migros Zürich und der Migros-Gruppe belasten würden, hiess es lediglich, und treibt somit die Spannung nach oben.
Einst 1 Milliarde an Umsatz
Die Genossenschaft Migros Zürich hatte per 1. Januar 2013 die deutsche Supermarktkette Tegut mit Sitz in Fulda (D) übernommen.
Sie betrieb in den Bundesländern Hessen, Thüringen und Nordbayern rund 300 Läden, hatte zur Akquisition etwa eine Milliarde Euro an Umsatz und beschäftigte gut 6000 Mitarbeiter.
Zuletzt wurden ständig Filialen geschlossen und Stellen abgebaut. Nun zieht die Migros die Reissleine.
11.03.2026/ena.





