
Der Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli ist 2025 stark gewachsen und dies zahlt sich auch für die Eigentümer aus. Doch die Firma muss aufpassen.
Die beispiellos hohen Kakaopreise hat Lindt & Sprüngli für sich ausgenutzt.
Zweistellige Preiserhöhungen führten branchenweit zwar zu geringeren Absatzmengen, doch der Kilchberger Schoggi-Konzern habe durch seine Premiumpositionierung überdurchschnittlich wachsen können, teilte Lindt & Sprüngli am Dienstag zu den Resultaten 2025 mit.
Europa und Nordamerika gedeihen
Der Umsatz stieg um 8,2 Prozent auf 5,9 Milliarden Franken.
Dabei wirkten Währungseffekte um 3,9 Prozent sowie Volumenrückgänge um 6,6 Prozent, wie das Unternehmen vorrechnete.
Diese wurden jedoch von Preiserhöhungen um 19 Prozent mehr als wettgemacht.

Die Region Europa wuchs dynamisch. Aber auch Nordamerika legte deutlich zu – da vor allem mit Backmischungen um Ghirardelli, wie aus einer Präsentation für Investoren hervorgeht.
Magere Profitabilität ist passé
Der operative Gewinn legte um fast 10 Prozent auf 971 Millionen Franken zu.
Der Reingewinn erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 727 Millionen Franken, was einer konstanten Gewinnmarge von 12,3 Prozent entsprach.
Die Zeiten, als Lindt & Sprüngli mit einer Profitabilität von nur 4 bis 5 Prozent herumkrebste, gehören also der Vergangenheit an.
Ausschüttung steigt um 20 Prozent
Aufgrund der positiven Ergebnisse setze Lindt & Sprüngli die attraktive Dividendenstrategie fort und erhöhe im 30. Jahr in Folge die Dividende, hiess es weiter.
An der 128. Generalversammlung am 16. April 2026 werde der Verwaltungsrat eine Ausschüttung von 1800 Franken (Vorjahr: 1500 Franken) pro Namensaktie und 180 Franken (Vorjahr: 150 Franken) pro Partizipationsschein vorschlagen.

Es wird für das vergangene Geschäftsjahr also mit einem Plus von 20 Prozent deutlich mehr an die Eigentümer ausgeschüttet, als die Gewinnsteigerung 2025 betrug.
Die Dividendenrendite kommt bei einer der teuersten Aktien der Welt aber auf nur rund 1,5 Prozent.
Ausweiten der Aktienrückkäufe
Doch das ist noch nicht alles.
Das Management um CEO Adelbert Lechner plant für die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG ein neues Aktienrückkaufprogramm für Namenaktien und Partizipationsscheine im Umfang von bis zu 1 Milliarde Franken.
Das Programm beginne am 1. Juni 2026 und laufe über drei Jahre bis längstens 31. Mai 2029, erklärte der Schokoladekonzern. Diese Investitionen in die eigenen Papiere ersetzten das bestehende Aktienrückkaufprogramm (2024–2026) im Umfang von bis zu 500 Millionen Franken, das in den nächsten Monaten vorzeitig beendet werde.
Bis zum 31. Dezember 2025 wurden Namenaktien und Partizipationsscheine im Wert von 467,5 Millionen Franken zurückgekauft, rechnete Lindt & Sprüngli vor.
Damit verteilt sich der Gewinn auf weniger Eigentümer, was in der Regel kurssteigernd wirkt.
Mehr Gewinnmarge in Aussicht
Aufgrund geopolitischer Unsicherheiten senkt Lindt & Sprüngli für das Geschäftsjahr 2026 ihre Erwartungen für das organische Umsatzwachstum auf 4 bis 6 Prozent. Im Jahr 2025 lag diese Kennzahl immerhin bei 12,4 Prozent.
Die operative Gewinnmarge auf Stufe Ebit soll aber 20 bis 40 Basispunkte zulegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug die Betriebsgewinnmarge 16,4 Prozent.
Nestlé als Negativbeispiel
Lindt & Sprüngli muss allerdings aufpassen, dass die exorbitanten Preiserhöhungen nicht zu einem Abwenden der Konsumenten von den Premiumprodukten wie Lindor, Dubai Style Chocolade & Co. führen und der Schoggi-Konzern das Nestlé-Schicksal erleidet.
Das Anziehen der Preisschraube bei Nespresso & Co. war so hoch, dass sich Konsumenten dauerhaft für Alternativen entschieden und der Nahrungsmittelkonzern aus Vevey nun mit viel Marketingaufwand versuchen muss, die Premiumkundschaft zurückzugewinnen.
10.03.2026/kut.





