Kriegsmaterial als Schweizer Exportschlager

Patronen auf einem Tisch
Die Schweiz liefert Munition an viele Länder. (Symbolbild: pixabay)

Die Schweiz exportiert über 40 Prozent mehr Waffen, Panzer, Munition & Co. Abnehmer ist auch wieder der Vatikan, doch diesmal nicht mit Tränengas.

Die Schweizer Exporte von Kriegsmaterial sind auf einen neuen Rekordwert gestiegen.

Schweizer Unternehmen führten Revolver, Gewehre, Maschinenpistolen, Granatwerfer, Panzer, Munition & Co. für 948,2 Millionen Franken in 64 Länder aus, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am Dienstag mit.

Deutschland führt

Dies entspreche einem Zuwachs von rund 43 Prozent gegenüber 2024, hiess es weiter.

Mit dem starken Schweizerfranken dürften die Umsätze aber gedrückt sein.

Daher war 2025 sicher ein Rekordjahr und den jüngsten Höchstwert im Jahr 2022 von 955 Millionen Franken daher währungsadjustiert übertroffen haben.

Entwicklung Schweizer Kriegsmaterialexporte
Die Schweiz führt immer mehr Waffengeschäfte. (Screenshot: muula.ch)

Die fünf Hauptabnehmerländer waren im vergangenen Jahr wiederum Deutschland mit Lieferungen im Wert von 386,4 Millionen Franken, gefolgt von den USA mit 94,2 Millionen Franken.

Danach kamen im vergangenen Jahr Ungarn mit 63,4 Millionen Franken, Italien mit 62,2 Millionen Franken und Luxemburg mit 47,4 Millionen Franken.

Die offizielle Schweiz hatte den Deutschen nach langem Hin und Her alte Leopard-1-Panzer verkauft, die nun auch in der Statistik auftauchen dürften.

Papst kauft Schweizer Tränengas

Doch selbst illustre Staaten, wie Katar, Ruanda, UAE, Saudiarabien oder der Vatikan, stehen auf der Schweizer Kundenliste für Kriegsmaterial.

Diesmal kaufte aber der Papst beispielsweise Schweizer Munition und kein Schweizer Tränengas, wie muula.ch unlängst herausgefunden hatte.

Die Munition sei für 4800 Franken durch Armasuisse an die Päpstliche Schweizergarde geliefert worden, hiess es für die Schweizer Kriegsmaterialexporte an den Heiligen Stuhl diesmal im Gesamtbericht.

Zurückhaltung bei Amerikanern

Die USA, die derzeit mit der Islamischen Republik Iran im Krieg stehen, kauften 2025 von der Schweiz etwa Sturmgewehre oder Maschinenpistolen, wie aus der Aufstellung des Seco weiter hervorgeht.

Seit der Eskalation am 28.02.2026 im Nahen und Mittleren Osten wurden Bewilligungen für die Ausfuhr von Kriegsmaterial in die USA weder erteilt noch abgelehnt, hiess es diesbezüglich.

Milliardenbusiness über Jahre

Im Berichtsjahr wurden dem SECO insgesamt 1958 Ausfuhrgesuche unterbreitet.

Davon bewilligte die Behörde quasi alles, denn das Seco winkte 1947 Gesuche mit einem Wert von über 3 Milliarden Franken durch.

Die Differenz zwischen dem Wert der effektiven Ausfuhren von 948,2 Millionen Franken und jenem der bewilligten Ausfuhrgesuche von 3043 Millionen Franken erklärt sich dadurch, dass bewilligte Gesuche teilweise erst in späteren Jahren zur Ausfuhr gelangen.

Lustreisen auf fünf Kontinente

Selbst für die Beamten ist der Kriegsmaterialexport ein illustres Geschäft.

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die Kriegsmaterialexporte nämlich vor Ort überprüfen. Das SECO werde auch in Zukunft sogenannte Post-shipment Verifications (PSV) durchführen.

Dann schauen Schweizer Beamte auf Lustreisen, ob auch alle Waffen, Panzer, Sturmgewehre & Co. korrekt geliefert wurden.

Seit 2012 führte das Seco immerhin 70 solcher PSV-Kontrollen in 42 Staaten auf fünf Kontinenten mit Steuergeld durch.

10.03.2026/kut.

Kriegsmaterial als Schweizer Exportschlager

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