
Die USA vereinbarten mit Iran eine Feuerpause und die Notierungen für Erdöl brechen sofort ein. Für die Schweiz sind dies nicht unbedingt nur gute News.
Wer ein Problem nicht lösen kann, muss es grösser machen.
Diese alte Weisheit hat die Islamische Republik Iran vor dem unmittelbaren Untergang gerettet.
Treibstoffmangel weltweit
Mit dem US-israelischen Angriffskrieg attackierten die Iraner ihre Nachbarländer und schlossen die Strasse von Hormus, die Erdöl- und Erdgasader der Welt.
Damit stiegen die Kosten für andere Länder. In Asien und selbst in Ländern, wie Ägypten, wurden umgehend Energie sowie Treibstoffe knapp.
Einbruch von fast 20 Prozent
In der Nacht auf den heutigen Mittwoch vereinbarten die USA sowie Iran eine Waffenruhe für 14 Tage, wie sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Vertreter der Islamischen Republik bekanntgaben.
Daraufhin brachen umgehend die Notierungen für Erdöl und auch Erdgas an den Börsen ein.
Der Preis für ein Erdölfass fiel kurz nach der Ankündigung der Waffenruhe in Nahost sowie sicheres Geleit für Tanker durch Iran um rund 16 Prozent auf 91,70 Dollar.
Chinesen drängen auf Lösung
Dies ist zwar immer noch rund 30 Prozent mehr als vor dem US-israelischen Angriffskrieg auf Iran. Doch für die Weltwirtschaft, insbesondere für China, ist es eine frohe Botschaft.
Daher vermuten Experten auch, dass Peking auf den Entscheid starken Einfluss genommen hat.
Durch die Strasse von Hormus fliessen rund 20 Prozent des weltweiten Energiebedarfs, der Grossteil für Asien und dort vor allem für das Reich der Mitte.
Börsen reagieren erleichtert
Mit dem zeitweiligen Einstellen der Kampfhandlungen schossen aber die Börsenkurse von Aktien, Kryptowährungen & Co. in die Höhe.
Die Kapitalmärkte in Asien erholten sich um über 6 Prozent.
Für Europa wird eine ähnliche Marktbewegung erwartet. Die vorbörslichen Indikatoren sind alle positiv.
Negativzinsen als Risiko?
Für die Schweiz sind günstigere Energiepreise sowie eine Waffenruhe in Nahost zwar gute News.
Viele Ökonomen hatten in den vergangenen Tagen ihre Wirtschaftsprognosen nach unten angepasst. Doch angesichts der Dynamik waren seriöse Aussagen kaum möglich, weil sich alles binnen Sekunden wieder ändern kann.
Es taucht am Horizont jedoch für die Schweiz ein altes Problem wieder auf und das heisst Deflation.
Die Schweizerische Nationalbank SNB konnte mit dem Anziehen der Teuerung durch die Kriegshandlungen in Nahost die Einführung von Negativzinsen vermeiden, wie muula.ch berichtete.
Nun rückt dieses Risiko erneut in den Fokus. Es hängt aber davon ab, wie stark der Schweizerfranken mit der Beruhigung der Lage an Wert verliert.
Inflation auf Radar
Durch die Zerstörungen von Erdöl- und Erdgasinfrastruktur in den arabischen Staaten wie Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Saudiarabien, die teilweise Jahre des Wiederaufbaus benötigen, dürften die Energiepreise aber trotz Waffenruhe noch eine Zeit lang über den Niveaus von vor dem Angriff auf Iran notieren.
Insofern wird die Entwicklung der Teuerung für die ganze Weltwirtschaft eine wichtige Kennzahl bleiben, die es zu beobachten gilt.
Die Inflation zeigt sich in den Statistiken bekanntermassen erst mit einiger Verzögerung.
Clevere Strategie in Teheran
Iran hätte einen Angriffskrieg von zwei Übermächten, wie den USA und Israel, nie parieren können.
Doch in solch einem Fall lohnt es sich, das Problem grösser zu machen und es auf die ganze Welt auszudehnen.
Und siehe da: Es hat funktioniert.
08.04.2026/kut.





