
Die Jungfraubahn-Gruppe steigerte 2025 die Umsätze und den Gewinn. Doch der Ausblick vom «Top of Europe» ist mittlerweile deutlich getrübt.
Wie viele Personen kann man innerhalb eines Jahres maximal auf einen Berg wie dem Jungfraujoch bringen?
Die Antwort auf diese Frage scheint bei knapp über einer Million zu liegen.
Rückgang der Besucherzahl
Mit 1.056.600 Besuchern beförderte die Jungfraubahn-Gruppe im vergangenen Jahr zum siebten Mal mehr als eine Million Personen auf den «Top of Europe».
Doch 2025 waren dies 0,2 Prozent weniger als noch im Jahr davor.
Der Peak scheint also erreicht, denn das vergangene Jahr war eigentlich in vieler Hinsicht ein Rekordjahr.
Sichtbares Gästewachstum
Die Erträge stiegen um 3,7 Prozent auf 306 Millionen Franken, wie die Jungfraubahn-Gruppe am heutigen Dienstag bekanntgab.
Der Konzerngewinn legte um 2,3 Prozent auf 78,2 Millionen Franken zu, was dem zweitbesten Ergebnis in der Firmengeschichte entsprach.
Die Nachfrage aus den Kernmärkten blieb über das ganze Geschäftsjahr hoch und habe zu einem Gästewachstum von 3,2 Prozent über alle Segmente geführt, erklärte das Tourismusunternehmen.
USA, Indien und China
Alle drei Sparten, also Jungfraujoch, Erlebnisberge und Wintersport, wiesen im Jahr 2025 auch höhere Durchschnittserträge pro Gast aus, was zeigt, dass die Firma auf die Erhöhung der Verkäufe pro Besucher und nicht mehr nur auf die Steigerung der Gästezahlen aus ist.
Keine Bergdestination der Schweiz ziehe mehr Besucher an, hiess es ohnehin. Im Jahr 2025 sei die Jungfraubahn-Gruppe mit insgesamt 3.909.700 Gästen der klare Marktführer gewesen.

Die Gruppenreisen befinden sich wieder beim Jungfraujoch auf dem Niveau von vor der Coronavirus-Pandemie.
Zudem sei weiterhin eine Zunahme bei den Gästen aus den USA und Brasilien festzustellen.
Indien und Südostasien hätten eine stabile Nachfrage aufgewiesen und Besucher aus China seien zu einem Grossteil zurück, erklärte das mittlerweile von CEO Oliver Hammel geführte Unternehmen.
Beliebtes Skigebiet
Die Grindelwald-First besuchten 760.000 Ausflugsgäste, was einem Plus von 7,1 Prozent entsprach.
Bei der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM) erhöhte sich die Zahl der Fahrgäste um 6,9 Prozent auf 478.500 gegenüber dem Jahr 2024.
Und im dritten Segment, dem Wintersport, zählte die Jungfrau Ski Region rund 5,2 Prozent mehr Skier Visits bei rund 1,2 Millionen.
Anheben der Ausschüttung
Von alldem sollen die Aktionäre profitieren.
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende um 13,3 Prozent auf 8,50 Franken pro Aktie, hiess es im Communiqué freudig.
Für das Geschäftsjahr 2022 nach der Coronavirus-Pandemie gab es beispielsweise nur 3.60 Franken je Aktie und damit markant weniger.
Rückläufige Gästezahlen
Doch der Ausblick ist deutlich getrübt, weil die erneuten kriegerischen Handlungen im Nahen Osten die Reiserouten fernöstlicher Gäste beeinträchtigten.
Vom 1. Januar bis zum 29. März 2026 besuchten 114.983 Gäste das «Top of Europe», was einem Minus von 2,9 Prozent entsprach. Bei den Erlebnisbergen sanken die Gästezahlen in den ersten 3 Monaten 2026 um 5,7 Prozent auf 115.018.
In der laufenden Wintersaison 2025/2026 reduzierte sich die Zahl der Skier Visits um 1,9 Prozent.
Alternative Reiserouten nötig
Mit all den Herausforderungen, mit welchen der Schweizer Tourismus nun aufgrund des US-israelischen Angriffskrieges auf die Islamische Republik Iran konfrontiert ist, könnte die eine Million an Gästen auf dem «Top of Europe» durchaus in weite Ferne rücken.
Reisen wird ja momentan nicht nur deutlich teurer, sondern auch viele etablierte Reiserouten in die Schweiz über Dubai, Doha und Abu Dhabi für Gäste aus Asien funktionieren derzeit nicht mehr.
Und der starke Schweizerfranken trägt seinen Beitrag zu Rückgängen bei ausländischen Feriengästen ebenfalls bei.
31.03.2026/kut.





