
Das Geschäft mit Erlebnissen in der Schweizer Bergwelt floriert wieder. Davon profitieren etwa bei den Jungfraubahnen nicht nur mehr Feriengäste.
Der «Verkauf» der Schweizer Berglandschaften an Touristen hat sich nach der Coronavirus-Pandemie wieder gefangen.
Dies wird besonders beim Blick auf die Jungfraubahn Holding deutlich, die am heutigen Donnerstag gute Resultate für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentierte.
Historischer Wert
Demnach erhöhte sich der Umsatz um 6 Prozent auf 295 Millionen Franken. Der Gewinn sank allerdings leicht um 4 Prozent auf rund 77 Millionen Franken.
Die Jungfraubahnen sprachen in einem Communiqué allerdings vom zweithöchsten Gewinn in der Firmengeschichte.
Steigende Kosten
Den Gewinnrückgang im Jahr 2024 erklärte das Unternehmen mit steigendem Betriebsaufwand.
So stiegen die Personalkosten gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent auf 78,6 Millionen Franken.
Die Jungfraubahn-Gruppe habe dabei aber 56 Arbeitsplätze geschaffen, hob die Gesellschaft hervor. Derzeit verfügt das Unternehmen über 727 Vollzeitstellen.
Der Sachaufwand legte aber auch aufgrund stark gestiegener Strompreise und höheren Warenaufwendungen zu.
Touristen als Sparfüchse
Zum sechsten Mal in der Geschichte der Jungfraubahn reisten im Jahr 2024 mit 1.058.600 Gästen mehr als 1 Million Besucher aus aller Welt auf das Jungfraujoch – «Top of Europe». Die Zunahme von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr sei auf die Gruppenreisen zurückzuführen, die sich beinahe wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie befänden.
Gleichzeitig sei eine weitere Zunahme der Gäste aus den USA, Indien und Südostasien festzustellen, hiess es weiter.
Allerdings sind die Touristen auch schlauer geworden und setzen auf Halbtax-Tarife, um auf die Schweizer Berge zu kommen, was auf die Erträge drücke.
Verkehrsertrag steigt um 25 Prozent
Noch einmal deutlich legten die Erlebnisberge zu – sowohl bei den Frequenzen als auch finanziell.
Die Harderbahn konnte mit 878-200 Berg- und Talfahrten ihren Höchstwert aus dem Jahr 2023 um 6,4 Prozent übertreffen. Dies gilt auch für die Firstbahn, die mit 926.900 Besuchern ein Plus von 10,0 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 verzeichnete.
Die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM) zählte 507.200 Gäste, was einem Zuwachs von 12,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 entspricht.
Im Sommer 2024 wurde auch die mehrjährige Erneuerung der Adhäsionsbahn der Bergbahn BLM erfolgreich abgeschlossen, was das «Erlebnis» für die Fahrgäste mit modernem Rollmaterial verbesserte.
Die Erlebnisberge erzielten insgesamt einen Verkehrsertrag von 46,3 Millionen Franken, was Plus von 25,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Gigantischer Dividendenanstieg
Der höhere Spass gilt aber nicht nur für Feriengäste in den Schweizer Berglandschaften.
Trotz des Gewinnrückgangs schlägt der Verwaltungsrat der Jungfraubahn Holding der Generalversammlung die Erhöhung der Ausschüttung um 15,4 Prozent auf 7.50 Franken je Titel vor.
Guter Jahresauftakt
Schliesslich ist auch der Ausblick positiv. Der Start ins Jahr 2025 sei beim Jungfraujoch gut verlaufen, hiess es im Communiqué.
Vom 1. Januar bis zum 31. März 2025 besuchten mit 123.227 Personen beziehungsweise rund 4,4 Prozent mehr Gäste das «Top of Europe».
Der Verkauf der schönen Schweizer Berge an die Touristen floriert eben wieder.
03.04.2025/kut.