Handel und Finanzindustrie treiben Schweizer Wirtschaft

Ein Transportschiff mit vielen Containern
Die Schweiz importiert extrem viel. (Bild: I. Taylor / unsplash)

Die Volkswirtschaft der Schweiz ist 2025 um rund 1,3 Prozent gewachsen. Die Zugpferde und Sorgenkinder sind aber teils völlig überraschend.

Die Schweizer Volkswirtschaft hat im vergangenen Jahr doch noch beachtlich zunommen.

Das Bruttoinlandprodukt BIP stieg 2025 um 1,3 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am Freitag bekanntgab.

Boom bei Einfuhren

Dies sei zwar ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte. Doch bereinigt man die Kennzahlen um Sportevents, die für die Schweiz wichtig sind, legte das BIP im Jahr 2025 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent zu.

Die Binnennachfrage habe die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere dank eines soliden Wachstums des privaten Konsums von +1,5 Prozent gestützt, hiess es vom Seco weiter.

Demgegenüber bremste der Aussenhandel das BIP-Wachstum, da die Exporte nur unterdurchschnittlich zunahmen, während die Importe um 8,3 Prozent deutlich stiegen.

Klar, mit dem starken Schweizerfranken lohnen sich Einkäufe im Ausland.

Unsicherheit belastet

Der Staatskonsum kam immerhin auch noch auf ein Plus von 1,0 Prozent.

Neben den Privaten gibt die öffentliche Hand also auch reichlich Geld aus. Negativ fällt aber bei der Verwendungsseite des BIP insbesondere die rückläufige Investitionstätigkeit auf.

Sowohl Ausrüstungs- als auch Bauinvestitionen gingen 2025 auf Tauchstation und sanken um 0,6 sowie um 0,5 Prozent.

Das ist angesichts der Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank SNB überraschend, denn wenn die Finanzierung von Investitionen quasi kaum etwas kostet, müsste eigentlich ein Boom entstehen.

Doch das unsichere Wirtschaftsumfeld hält die Investoren da offenbar zurück.

Schwund durch Handel

Beim Blick auf die Produktionsseite des BIP, also bei der Entstehung, fallen zwei grosse Zuwächse und ein markanter Rückgang auf.

So legte der Handel real um 6,1 Prozent zu, nachdem er 2024 mit -0,7 Prozent negativ zum BIP-Wachstum beigetragen hatte.

BIP-Wachstum laut Seco für die Produktionsseite

Einen Aufschwung gibt es auch in der Finanzindustrie. Banken und Versicherer legten 2025 teuerungsbereinigt um 3,5 Prozent, nach 1,4 Prozent im Vorjahr zu.

Deutlicher Aufschwung nach Corona

Deutlich im Rückwärtsgang war dagegen Kunst, Unterhaltung und Erholung, wie aus den Seco-Zahlen weiter hervorgeht. Das Minus betrug horrende 21,3 Prozent.

Adjustiert man wieder die Sportevents, so betrug das Minus immer noch 5,2 Prozent. Der Freizeitbereich gab also deutlich nach.

Über alles gesehen zogen die Zugpferde Handel und Finanzen das Wirtschaftswachstum deutlich ins Plus.

Während der Coronavirus-Pandemie lag der BIP-Einbruch immerhin bei -2,2 Prozent. Alles ist momentan, trotz geopolitscher Unsicherheiten sowie US-Strafzöllen, also einigermassen im Lot.

27.02.2026/kut.

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