
Die Verkäufe von Kunstobjekten waren stark eingebrochen. Nun steigen sie aber wieder, doch der Wachstumskurs ist anders als in der Vergangenheit.
Die Nachrichten vom Kunstmarkt könnten derzeit kaum besser sein.
Nach gigantischen Einbrüchen legten die Verkäufe im Jahr 2025 wieder zu, wie die Kunstmesse Art Basel und die Grossbank UBS in ihrer neuesten Marktanalyse diese Woche bekanntgaben.
Boom öffentlicher Auktionen
Demnach stiegen die globalen Verkäufe von Kunstobjekten um 4 Prozent auf 59,6 Milliarden Dollar.
Der Umsatz von Kunsthändlern legte im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 34,8 Milliarden Dollar zu, während sich die Verkäufe öffentlicher Auktionen wertmässig um 9 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar erhöhten.
Der Rest zum Gesamtmarktvolumen wechselte privat die Besitzer und dieses Segment ging zurück.

Das Transaktionsvolumen erreichte 2025 aber auch ein moderates Wachstum und stieg mit schätzungsweise 41,5 Millionen Verkäufen um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Günstigere Käufe im Internet
Während hochpreisige Verkäufe im Jahr 2025 laut Art Basel und UBS wieder verstärkt über persönliche Verkaufskanäle abgewickelt wurden, gingen die Online-Verkäufe auf 9,2 Milliarden Dollar zurück.
Dies sei der niedrigste Wert seit 2019, hiess es im Gesamtbericht diesbezüglich.

Online-Verkäufe blieben allerdings ein wichtiger Kanal für neue Käufer, doch ihr Anteil am Gesamtmarkt sank um 3 Prozentpunkte auf 15 Prozent.
Gefragt sind über das Internet vor allem günstigere Kunstwerke, wie die Kunstexperten herausfanden.
Das bedeutet, das Glas Champagner in einer Galerie oder bei Sotheby’s, Christie’s & Co. zahlt sich für Hochpreisiges durchaus aus.
Hochpreisiges legte 40 Prozent zu
Die drei grössten Kunstmärkte – USA, UK und China – machten zusammen 76 Prozent des weltweiten Umsatzes aus und blieben stabil.
Die USA waren mit 44 Prozent an Marktanteil der grösste Kunstmarkt der Welt und legten gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt zu.

Trotz handelspolitischer Unwägbarkeiten und zwei Jahren rückläufiger Marktwerte erreichten die Verkäufe in den USA 26,0 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im Hochpreissegment kehrte in einigen Bereichen Wachstum zurück: Der Gesamtwert, der bei Auktionen in den USA verkauften Kunstwerke mit Preisen über 10 Millionen Dollar stieg um nahezu 40 Prozent.
Amerikaner überrumpeln Chinesen
Nach den USA folgten Grossbritannien mit stabilen 18 Prozent und China mit 14 Prozent, ein Rückgang um einen Prozentpunkt.
Im Prinzip luchsten die Amerikaner den Chinesen etwas Geschäft ab.
Die Schweiz kann sich nicht beklagen, denn der Umsatz mit Kunstwerken legte um 13 Prozent gegenüber 2024 zu.

Nachgefragt wurden, wie immer, Gemälde am stärksten. Skulpturen kamen auf einen Marktanteil von 15 Prozent bei Kunsthändlern.
Digitale Kunst und Installationen laufen nur auf Sparflamme.
Zuversicht steigt deutlich
Die Aussichten sind insgesamt auch rosig, wie die Art Basel und UBS weiter herausfanden.
Insgesamt erwarten 43 Prozent der Kunsthändler steigende Verkäufe, was ein Anstieg von 10 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Rund 38 Prozent gehen von stabilen Umsätzen und nur rund 19 Prozent der Galeristen von einem Rückgang aus.
Auch im Auktionssektor verbesserte sich die Stimmung deutlich. Fast die Hälfte der mittelgrossen Auktionshäuser erwartet steigende Verkäufe – ein Anstieg um 33 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Es geht im Kunstmarkt nach einer längeren Durststrecke also wieder bergauf.
15.03.2026/kut.





