Genf und Waadt ziehen Schweizer Wirtschaft nach oben

Blick auf Genfersee mit Blumen und Bergen
Der Genfersee entwickelt sich zum Wirtschaftsmotor. (Bild: pixabay)

Die wettbewerbsfähigsten Kantone der Schweiz sind Zug, Basel-Stadt und Zürich. Doch die Westschweiz holt auf und lässt die Bergkantone alt aussehen.

Der Kanton Zug hat den Wettbewerb wieder gewonnen.

Beim Kantonalen Wettbewerbsindikator (KWI) 2025 der Grossbank UBS bleibt Zug der langfristig wettbewerbsfähigste Kanton der Schweiz.

Trübe Aussichten für Bergkantone

Basel-Stadt belege Platz zwei und Zürich komplettiere die Top-Drei, teilte das grösste Schweizer Geldhaus zur Analyse der Regionalwirtschaft des Landes mit.

Mit deutlichem Abstand folgten Waadt und Aargau, die beide ebenfalls eine hohe Wettbewerbsfähigkeit aufweisen, hiess es weiter.

Acht Kriterien für Wirtschaftsaussichten laut UBS
Zug und Basel zeigen unterschiedliche Stärken. (Screenshot: muula.ch)

Das breite Mittelfeld umfasst neun Kantone mit soliden Wachstumsaussichten, gefolgt von sieben Kantonen mit einer relativ moderaten Wettbewerbsfähigkeit.

Die Bergkantone Uri, Graubünden und Wallis sowie die Kantone Neuenburg und Jura verzeichneten im Vergleich zu den übrigen Kantonen allerdings nur geringe langfristige Wachstumsaussichten.

Erwerbsbevölkerung sinkt

Seit der jüngsten KWI-Ausgabe im Jahr 2023, die acht thematische Säulen mit 57 Variablen analysiert, verbesserten sich die Wachstumsaussichten für die Kantone Waadt und Genf deutlich.

Die grössten Veränderungen seien vor allem auf Entwicklungen im Arbeitsmarkt sowie im Kostenumfeld zurückzuführen, hiess es im Gesamtbericht.

Besonders der sich akzentuierende Arbeitskräftemangel werde in den nächsten Jahren die kantonalen Arbeitsmärkte prägen, mahnten die UBS-Experten.

Die Erwerbsbevölkerung werde in mehr als der Hälfte der Kantone in den kommenden zehn Jahren sinken oder stagnieren, was ihre Wettbewerbsfähigkeit spürbar beeinträchtigen dürfte.

Kostenumfeld prägt

In der Deutschschweiz verzeichneten vor allem Luzern, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Bern sichtbare Fortschritte.

Demgegenüber sahen insbesondere die Kantone Schwyz, Glarus und Appenzell Innerrhoden relative Rückschritte.

KWI 2025 der Grossbank UBS
Quelle: UBS

Der interkantonale Steuerwettbewerb habe durch die OECD-Mindestbesteuerung zwar etwas an Bedeutung verloren. Für den Grossteil der Unternehmen bleiben die kantonalen Steuersätze jedoch massgebend.

Insgesamt werde das Kostenumfeld der Kantone aber nicht nur durch Steuern, sondern zunehmend auch durch Wohnungsknappheit, steigende Mieten und höhere Strompreise geprägt, so die Bankenspezialisten.

Risiken für Exportkantone

Weltweit erlebt die Industriepolitik eine Renaissance, begleitet von wachsendem Protektionismus – zuletzt sichtbar an den länderspezifischen Zöllen der US-Regierung.

Verschärfte Zollmassnahmen stellen vor allem für exportorientierte Kantone ein erhebliches Risiko dar.

Exportabhängigkeit der Schweiz laut UBS
Die Exportabhängigkeit der Schweiz nahm langsam zu. (Screenshot: muula.ch)

Die Kantone Nidwalden und Neuenburg sind besonders stark von US-Importzöllen betroffen, da 44 beziehungsweise 38 Prozent ihrer Exporte auf die USA entfallen.

Eine breite Diversifikation in Bezug auf Branchen und Exportländer, hohe Innovationsfähigkeit und gut ausgebildete Fachkräfte könnten jedoch die Anpassungsfähigkeit der Kantone stärken.

Basel-Stadt stark gefordert

Die höchste Resilienz gegenüber Handelshemmnissen weisen die Kantone Zürich, Waadt, Genf, Zug und Basel-Stadt auf.

Unter diesen Kantonen könnte Basel-Stadt aufgrund seiner Fokussierung auf den exportabhängigen Pharmasektor allerdings kurzfristig besonders gefordert werden.

Im Vergleich zu anderen Kantonen verfügen Appenzell Innerrhoden, Glarus, Jura, Neuenburg, Nidwalden und Uri in Bezug auf Handelshemmnisse nur über eine geringe Widerstandsfähigkeit.

29.08.2025/kut.

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