Fusionen bieten auch immer Chancen – wie Novartis zeigt

Campus von Novartis in Basel mit neuen und historischen Gebäuden
Mit Novartis entstand einer der grössten Pharmakonzerne der Welt. (Bild: PD)

Firmenzusammenschlüsse werden oft wegen Stellenstreichungen kritisch gesehen. Doch die Novartis-Gründung zeigt, dass Grossartiges entstehen kann.

Am 7. März 1996, also genau vor 30 Jahren, war in Basel die Geburtsstunde des Pharmakonzerns Novartis.

Er entstand aus dem Zusammenschluss von Sandoz und Ciba-Geigy und galt damals als die grösste Fusion der ganzen Welt.

Kofferwort genutzt

Die Verantwortlichen um die beiden Verwaltungsratspräsidenten Alex Krauer und Marc Moret entschieden sich für einen neuen Firmennahmen.

Aus dem lateinischen Begriff «novae artis» für neue Heilkünste entstand das Kofferwort, also ein zusammengesetztes Wort mit einer neuen Bedeutung, Novartis.

Es war auch der Beginn des Wandels der Stadt am Rheinknie von der Chemie zu einem Pharmastandort.

Von Farbstoffen zu Medizin

1758 hatte ursprünglich Johann Rudolf Geigy-Gemuseus im Raum Basel mit Materialien, Chemikalien, Farbstoffen und Heilmitteln aller Art gehandelt. Ciba hatte seine Ursprünge bei Alexander Clavel, der 1859 die Produktion von Fuchsin in seiner Seidenfärberei in Basel aufnahm.

1884 wurde die Firma in Gesellschaft für Chemische Industrie Basel umbenannt und deren Abkürzung Ciba wurde so geläufig, dass sie 1945 zum offiziellen Firmennamen erklärt wurde.

1886 hatten Alfred Kern und Edouard Sandoz das Chemieunternehmen Kern & Sandoz in Basel ins Leben gerufen und erst Farbstoffe und dann fiebersenkende Mittel sowie Saccharose produziert.

Nur 140 Kündigungen

Gleich zur Taufe stellte sich Daniel Vasella als neuer Konzernchef vor, der das Unternehmen auf die Geschäftsbereiche Gesundheit, Ernährung und Landwirtschaft ausrichten wollte.

Von den Belegschaften, die um die 144.000 Mitarbeiter umfassten, sollten rund 10 Prozent wegfallen, was umgehend Proteste von Gewerkschaften bis zur Politik hervorrief.

Immerhin waren allein in der Schweiz rund 3000 Arbeitsplätze von der Fusion betroffen. Letztlich musste Novartis aber nur 140 Kündigungen aussprechen, weil für viele Mitarbeiter adäquate Lösungen gefunden wurden.

Verantwortung als Arbeitgeber

Doch mit Novartis entstand der Pharmastandort Basel und die Region verabschiedete sich immer mehr als Chemie-Standort.

Das Pharmageschäft entwickelte sich hervorragend und die Stadt am Rheinknie spürte ständig mehr Aufschwung.

Insofern bieten Fusionen stets auch Chancen, Besseres zu schaffen. Es bringt dabei oftmals nichts, sich nur auf den Stellenabbau zu konzentrieren.

Und in der kleinen Schweiz versucht das Management eigentlich auch immer, als verantwortungsvoller Arbeitgeber für das Personal zu agieren, wie die Gründung von Novartis als Paradebeispiel seit drei Jahrzehnten zeigt.

07.03.2026/kut.

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