
Die Finanzmarktaufsicht Finma hat die MBaer Merchant Bank liquidiert. Betroffen sind rund 700 Kunden mit 4,9 Milliarden Franken an Vermögen.
Die Nachrichten zum kleinen Zürcher Geldhaus MBaer Merchant Bank überschlagen sich.
Erst nahmen die Amerikaner das Finanzinstitut wegen Geldwäscherei für Russland und Iran in Beschuss und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma machte ein Gerichtsverfahren publik.
Gericht half Bank
Dagegen hatte sich die Mini-Bank vor dem Bundesverwaltungsgericht logischerweise gewehrt – doch am Freitagabend gab die Finma die Liquidation bekannt.
Die Finma habe bereits vor drei Wochen der MBaer Merchant Bank AG per sofort die Bewilligung entzogen und als Folge die Liquidation angeordnet.
Der Beschwerde der Bank wurde die aufschiebende Wirkung gewährt und der Finma gerichtlich untersagt, die Liquidation zu kommunizieren und zu vollziehen. Doch dann sprangen die Amerikaner dem Schweizer Regulator bei, wie muula.ch berichtete.
Enforcement seit 2024
Die Bank habe am heutigen Freitag ihre Beschwerde gegen das Finma-Verfahren zurückgezogen, womit die Anordnungen der Schweizer Finanzmarktaufsicht wirksam werden.
Als Liquidatoren habe die Finma Daniel Staehelin sowie Lukas Bopp, beide von Kellerhals Carrard KIG Basel, eingesetzt.
Die Beweislast gegen die Bank ist happig. Im Jahr 2024 eröffnete die Finma ein Enforcementverfahren gegen die MBaer Merchant Bank AG und setzte eine Untersuchungsbeauftragte ein.
Dies wurde nötig, nachdem sie bei der Bank Abklärungen bei Kundengruppen mit Bezug zu Russland-Sanktionen beziehungsweise in Verbindung mit Strafverfahren durchgeführt hatte.
Compliance quasi inexistent
Aus der Untersuchung ging laut der Finma hervor, dass 80 Prozent der Geschäftsbeziehungen erhöhte Risiken aufwiesen. Zuletzt stammten 98 Prozent der entgegengenommenen Vermögenswerte von Hochrisikokunden.
Die Untersuchungsbeauftragte stellte fest, dass die Bank im Umgang mit diesen Geschäftsbeziehungen mehrfach Empfehlungen ihrer Compliance-Abteilung ohne nachvollziehbare Begründung übersteuerte.
Sie klärte die Hintergründe der Geschäftsbeziehungen sowie der Transaktionen systematisch nicht hinreichend ab und kam ihrer GwG-Meldepflicht teilweise gar nicht oder deutlich zu spät nach.
Umgehung von Vermögenssperren
Ebenso habe die Bank in mehreren Fällen Transaktionen für Kunden vorgenommen, die auf Sanktionslisten geführt oder deren Gelder mit Sperren von inländischen Strafbehörden belegt waren, hiess es weiter.
Schliesslich lägen konkrete Hinweise darauf vor, dass die MBaer Merchant Bank AG Kunden aktiv dabei unterstützt habe, behördliche Vermögenssperren zu umgehen.
Die Bewilligungsvoraussetzungen der Gewähr für einwandfreie Geschäftstätigkeit und der angemessenen Verwaltungsorganisation seien nicht mehr erfüllt gewesen, erklärte die Finma nun.
Langes Zuschauen der Aufsicht
Doch die Banklizenz hatte der Regulator erst im Dezember 2018 dem jetzt belasteten Management um Michael Baer erteilt – eventuell waren die Personen gar nicht in der Lage, ein Schweizer Geldhaus zu führen, wenn die Vergehen so schwerwiegend sind, wie die Behörden angeben.
Michael Bär ist der Urenkel des Gründers der Zürcher Privatbank Julius Bär. Doch er entschied 2015, eine neue Handelsbank aufzubauen.
Zudem bleibt unklar, warum die Finma seit 2024 von den Missständen in dem Geldhaus weiss, aber erst vor drei Wochen reagierte.
Weitere Fragezeichen
Die Bank verfügte per Ende 2025 über Kundenvermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken und führte knapp 700 Kundenbeziehungen.
Laut dem Communiqué hatte das Geldhaus über 60 Angestellte.
Wie es nun mit den Kunden und Mitarbeitern weitergeht, bleibt erst einmal offen.
27.02.2026/kut.




