Finanzmarktaufsicht kommt bei nächster Bank zu spät

Logo der Finma an einer Türe
Die Schweizer Finanzaufsicht Finma will vorausschauender regulieren. (Bild: PD)

Die Finma will ein effektiver Regulator sein. Doch den Ereignissen rennt die Finanzmarktaufsicht selbst bei kleinen Schweizer Banken nur hinterher.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat sich extra einen Deutschen als Direktor geholt, um einen besseren Regulator zu haben.

Über 100 Millionen verloren

Doch dem seit April 2024 amtierenden Stefan Walter laufen die Mitarbeiter quasi scharenweise davon und bei den beaufsichtigten Instituten kommt die Finma wieder als lahme Ente daher.

So poppen seit Sommer 2025 regelmässig Missstände bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank BLKB auf. Die Staatsbank vom Kanton Baselbiet musste 106 Millionen Franken in den Wind streichen.

Eine Untersuchung beförderte eklatante Schwachstellen und Führungsmängel zutage. Doch die Finanzmarktaufsicht Finma machte trotz all dieser Vorkommnisse nichts.

Viele Köche verderben den Brei

Erst am Donnerstag dieser Woche gab die BLKB bekannt, dass die Finma nun rund ein halbes Jahr später eine Untersuchung der Abläufe und Hintergründe der Radicant-Numarics-Transaktion gestartet habe.

Die BLKB und die Radicant (vormals Radicant Bank) kooperierten bei dieser Untersuchung vollumfänglich mit dem Regulator.

Die Parlamentarische Untersuchungskommission des Landrats (PUK), die gerade ihre Arbeiten aufnimmt, sei von dem Geldhaus über die Untersuchung der Finma informiert worden, um letztlich Doppelspurigkeit zu vermeiden.

Plötzlich ist also nicht nur die Staatsbank mit Gutachtern und der Landrat mit Analysen des Finanzdesasters aktiv, sondern die Finma tritt auch noch in Erscheinung, obwohl deren Direktor eigentlich vorausschauend regulieren will.

Flowbank analoges Beispiel

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei Radicant waren mit Publikation am 3. Juli 2025 öffentlich bekannt geworden und erst jetzt wird der Schweizer Regulator aktiv.

Sowohl bei der Staatsbank als auch bei der Finanzmarktaufsicht funktionieren also Standardprozesse quasi nicht.

Gegen die kleine Flowbank, war die Finma auch schon mit Brachialgewalt vorgegangen, obwohl sie bei allen Entwicklungen stets nah dabei war und hätte regulierend eingreifen können.

Was bei Bank Reyl los ist, weiss noch niemand genau. Die Finma untersucht seit Jahren die Geldwäscherei-Vorkehrungen. Und Missstände bei der Privatbank Mirabaud machten Ausländer zuerst publik.

Grosse Worte und wenig dahinter

Wie es da zu Besserungen am Finanzplatz Schweiz kommen soll, bleibt fragwürdig.

Die Untergangsgefahren sowohl der Grossbank UBS, als auch der Krisenbank Credit Suisse sahen die Finanzplatzaufseher auch schon nicht.

Und der deutsche «Schäferhund», der Besserung bringen soll, verkommt bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht eher zu einem Pudel – nur lautes Bellen und dann ist er doch nur ein Schosshündchen und rennt den Ereignissen hinterher.

19.02.2026/kut.

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