Ex-BKB-Chef soll Ordnung bei Raiffeisen schaffen

Logo von Raiffeisen an einer Filiale in St. Gallen
Raiffeisen braucht dringend eine neue Firmenstrategie. (Bild: PD)

Die Raiffeisen-Gruppe hat einen neuen Präsidenten gefunden. Der einstige CEO der Basler Kantonalbank und Ex-Wegelin-Banker soll Thomas Müller ablösen.

Das Bemerkenswerte an der kleinräumigen Schweiz ist, dass sich immer wieder die selben Menschen begegnen.

Das gilt auch für den Finanzplatz Schweiz.

Finma kann noch Nein sagen

So soll der einstige CEO der Basler Kantonalbank BKB künftig die zweitgrösste Bankengruppe des Landes, die Raiffeisen-Gruppe, strategisch führen, wie Raiffeisen Schweiz am Freitag bekanntgab.

Der Verwaltungsrat habe Heeb als neuen Verwaltungsratspräsidenten sowie zwei neue Mitglieder im Aufsichtsgremium zur Generalversammlung am 19. Juni in Lugano nominiert, hiess es weiter.

Dies gelte vorbehältlich der finalen Bewilligung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma.

McKinsey übernimmt

Mit dem 61-jährigen Heeb gewinne Raiffeisen Schweiz eine anerkannte Führungskraft mit jahrzehntelanger Erfahrung in unterschiedlichen Funktionen im Universalbankwesen, Retail- und Private Banking, würdigte die Bankengruppe den Manager.

Der promovierte Materialwissenschaftler ETH war in unterschiedlichen leitenden Funktionen in der Bankenbranche beschäftigt und ist seit Anfang 2025 als selbständiger Unternehmensberater tätig.

Ex-CEO der Basler Kantonalbank BKB, Basil Heeb
Basil Heeb war Ex-CEO der BKB. (Bild: PD)

Von 2019 bis Anfang 2025 führte der Schweizer erfolgreich die Staatsbank BKB und von 2012 bis 2017 war er Finanzchef der Privatbank Notenstein La Roche.

Davor leitete Heeb von 2009 bis 2012 die Niederlassung der Ostschweizer Privatbank Wegelin in Basel.

Seine berufliche Laufbahn begann er 1994 bei der Unternehmensberatung McKinsey, wo er laut der BKB langjährig beschäftigt war.

Auch der aktuelle CEO von Raiffeisen, Gabriel Brenna, kommt von dem US-Beratungshaus McKinsey, wie muula.ch berichtete.

Erfolgloser Müller

Heeb folgt auf Thomas Müller, der sich im September 2025 dazu entschieden hatte, nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat anzutreten.

Doch die Raiffeisen-Gruppe ist unter seiner Führung nicht nur mit Problemen im IT-Bereich oder Gewinneinbrüchen, sondern etwa auch mit gigantischen Risiken bei der Immobilienfinanzierung unterwegs.

Kunden von Raiffeisen meldeten sich auch bei muula.ch und klagten ihr Leid mit den jeweiligen Einheiten des Verbunds aus Genossenschaftsbanken.

Das Geldhaus braucht also dringend eine neue Firmenstrategie. Es gibt da eine Hängepartie.

Putzfrau plaudert Internas aus

Müller war am Schweizer Finanzplatz ohnehin stark durch Erfolglosigkeit, etwa als CFO des Versicherers Swiss Life, aufgefallen oder dadurch, dass die Zugehfrau seines Vaters vielen Medien erzählte, was Müller eigentlich für ein Mensch ist.

Als Müllers Vater verstarb, hatte er sich mit der Putzfrau nämlich um das Erbe gestritten. Wenn solche Sachen an die Öffentlichkeit gelangen, ist ein normales Arbeiten in Topmanagementpositionen einer Firma kaum mehr möglich.

Insofern kann die Raiffeisen-Gruppe mit der Erneuerung des Verwaltungsrates und Heeb als Präsidenten aufatmen und nach vorne blicken.

Doch am kleinräumigen Finanzplatz Schweiz dreht sich letztlich immer wieder alles um die selben Personen.

20.03.2026/kut.

Ex-BKB-Chef soll Ordnung bei Raiffeisen schaffen

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