
Fleischersatzprodukte, wie jene von Beyond Meat, galten als Weg in die gesunde Ernährung der Zukunft. Doch die Welle ebbt als Modeerscheinung ab.
Beim Börsengang von Beyond Meat, einer Firma für pflanzenbasierte Fleischprodukte, leckten sich die Investoren noch die Lippen.
Die Bewertung lag 2019 bei 4 Milliarden Dollar, doch nun ist das Unternehmen nur noch ein Zehntel davon wert.
Richtiges Fleisch oft billiger
Der Einbruch habe drei Hauptursachen, berichtete das Wirtschaftsmagazin «Economist», das zu einem Grossteil der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli gehört.
Das erste ist der Preis, denn die Kosten für Fleisch gingen aufgrund von Agrarsubventionen deutlich nach unten.
Bei der amerikanischen Supermarktkette Walmart gebe es Hackfleisch für 7,43 Dollar das Pfund, während Alternativprodukte der Firma Impossible Foods auf 9,04 Dollar je Pfund kommen.
Ein Negativerlebnis ausreichend
Doch der Preis ist nicht das einzige Problem der Branche für Fleischersatz.
Auch der Geschmack lasse häufig zu wünschen übrig, hiess es beim «Economist»·
Ein negatives Geschmackserlebnis könne Konsumenten sogar für immer von dieser Produktkategorie fernhalten, so die Herausforderung von Beyond Meat & Co.
Hochverarbeitete Lebensmittel
Neben Preis und Geschmack komme aber noch ein regelrechter Kulturkampf weltweit hinzu.
Fake-Burger oder pflanzliche Hähnchenprodukte könnten kaum mit einem richtigen Steak oder Chicken konkurrieren, lautet dabei eine Überlegung.

Erschwerend sei für Fleischersatzprodukte, dass sie aufgrund der langen Zutatenliste und der langwierigen Produktionsprozesses als hochverarbeitete Lebensmittel gelten, die vielerorts ein schlechtes Image hätten.
Auch könnten sich viele Menschen kaum vorstellen, im Labor gezüchtete Burger, Bratwürste oder Steaks als gesündere Lebensmittel zu essen.
Die Lust auf Fleischersatz ist also vielen Menschen vergangen – und auch immer weniger Investoren haben Appetit auf die Fake-Fleisch-Branche.
14.03.2026/kut.





