
Die Schweizerische Nationalbank hat 2025 deutlich weniger verdient. Dennoch entfacht die SNB eine Diskussion um die Verteilung eines Milliardengewinns.
Die Schweizerische Nationalbank SNB hat im abgelaufenen Jahr einen gigantischen Gewinneinbruch verzeichnet.
Laut provisorischen Berechnungen werde die SNB einen Gewinn in der Grössenordnung von 26 Milliarden Franken ausweisen, teilte die Schweizer Zentralbank am Freitag mit.
Nur Gold half
Im Jahr 2024 hatte der Gewinn der SNB noch 80 Milliarden Franken betragen, wie muula.ch berichtete.
Somit resultierte für 2025 ein Gewinneinbruch um rund 70 Prozent.
Die 26 Milliarden Franken ergäben sich durch einen Verlust auf die Fremdwährungspositionen von rund 9 Milliarden Franken, einen Bewertungsgewinn von 36,3 Milliarden Franken auf dem Goldbestand und einen Verlust auf den Frankenpositionen von 0,9 Milliarden Franken.
Es zeigt sich, dass die SNB quasi nur durch die 1040 Tonnen an Gold in die Gewinnzone kam.
Zwei Drittel für Kantone
Die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven werde 12,7 Milliarden Franken betragen, hiess es weiter.
Nach Berücksichtigung der vorhandenen Ausschüttungsreserve von 12,9 Milliarden Franken resultiere somit ein Bilanzgewinn von rund 26 Milliarden Franken.
Laut Bundesverfassung stehen den Kantonen vom Gewinn der Nationalbank mindestens zwei Drittel zu.
Die SNB pfeift auf solche verfassungsrechtlichen Sachen, wie muula.ch aufdeckte, und macht ihre eigenen Rechnungen auf.
Vereinbarung mit EFD zählt
Die Zahlung einer konstanten Dividende von 15 Franken pro Aktie entspreche dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag, erklärte die SNB unter der Leitung von Martin Schlegel weiter.
Doch die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone belaufe sich nur auf 4 Milliarden Franken, wobei sich die Nationalbank dabei auf eine Vereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Finanzdepartement EFD und der SNB von 2021 beruft, welche aber die Bundesverfassung ignoriert.
Solche Vereinbarungen führen dazu, dass die SNB im Falle einer Finanzkrise unter das Finanzministerium rutscht.
Dies führte beim Untergang der Credit Suisse (CS) zu einer fatalen Entwicklung, dass die SNB der Krisenbank zu wenig Liquidität bereitstellte und dadurch die vom EFD bevorzugte Notfusion der CS mit der UBS herbeiführte.
Gemauschel unter Beamten
In der EFD-SNB-Vereinbarung zur Gewinnverteilung steht eine Verstetigung der Ausschüttungen der Nationalbank an den Staat im Vordergrund.
Im Vorjahr gab die SNB dem Bund und den Kantonen einen Betrag von 3 Milliarden Franken.
Diesmal steigt die Ausschüttung um 33 Prozent auf 4 Milliarden Franken, obwohl der Nationalbankgewinn eigentlich um 68 Prozent eingebrochen ist.
Diese Vorgehensweise ist ein Gemauschel zwischen Beamten, widerspricht aber klar der Bundesverfassung.
Kantone könnten mehr verlangen
Nach den Auszahlungen werde die Ausschüttungsreserve rund 22 Milliarden Franken betragen, rechnete die SNB vor.
Wie die genauen Zahlen für 2025 aussehen, will die SNB mit dem ausführlichen Bericht zum Jahresabschluss am 2. März bekanntgeben.
Vielleicht kapieren die Kantone trotz des gigantischen Gewinneinbruchs diesmal, dass sie mit 2,7 Milliarden Franken quasi nur mit Brosamen der SNB abgespeist werden.
Entzug der Kaufkraft durch SNB
So mancher Kanton könnte mit einer korrekten Ausschüttung der SNB auf einen Schlag seine Finanzprobleme lösen. Die Bevölkerung müsste dann dort weniger oder gar keine Steuern mehr zahlen.
Dies wäre auch nur folgerichtig, denn der Gewinn der Schweizer Zentralbank entsteht oftmals nur durch die Schwächung der Landeswährung an den Märkten, welche den Schweizern die tatsächliche Kaufkraft ihres Schweizerfranken raubt.
09.01.2026/kut.





