Dormakaba bricht der Gewinn weg

Hauptsitz von Dormakaba in Rümlang beim Flughafen Zürich
Dormakaba befindet sich in einer Transformation. (Bild: PD)

Der Schliesstechnik-Konzern Dormakaba will Kosten sparen. Doch zunächst belasten Preiserhöhungen und zahlreiche Akquisitionen das Unternehmen.

Die tatsächliche Situation bei Dormakaba, einem Schliesstechnik-Konzern mit Hauptsitz in Rümlang, war unlängst an der Fachmesse Swissbau in Basel bereits zu spüren.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern war alles andere als euphorisch und Produkte wurden im Gegensatz zu früher auch eher lustlos präsentiert.

Volumenrückgang verzeichnet

Die Resultate von Dormakaba für das erste Geschäftshalbjahr 2025/26 verdeutlichen nun: Es braucht eigentlich noch mehr Sparanstrengungen, als bisher eingeleitet sind. 

Der Umsatz sank um 4,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken, wie das Unternehmen aus Rümlang beim Flughafen Zürich am Dienstag bekanntgab. Der starke Schweizerfranken habe rund 5 Prozent belastet, hiess es zu den Entwicklungen weiter.

Das organische Nettoumsatzwachstum habe bei 2,0 Prozent gelegen. Preisrealisierungen lagen demnach bei +2,6 Prozent, während das Volumen mit -0,6 Prozent rückläufig war.

Freier Cashflow im Rückwärtsgang

Unter dem Strich brach der Gewinn aber sogar um 20 Prozent auf nur noch 77 Millionen Franken ein.

Dies, obwohl Dormakaba angibt, Sparanstrengungen vorzeitig erfüllt zu haben. Im Umkehrschluss bedeutet dies, ohne das Kostenprogramm wäre der Gewinn noch mehr eingebrochen.

Das Unternehmen lobt ein Finanzrating, welches die US-Ratingagentur Standard & Poor’s verliehen habe. Doch das machen die Amerikaner nicht gratis, sondern sie werden beauftragt und der Emittent muss dafür bezahlen.

Dormakaba akquirierte zudem einige Firmen, wie muula.ch berichtete. Der freie Cashflow sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 144 Prozent auf -22 Millionen Franken.

Die Kapitalrendite, also der Return auf das Kapital Roce, erhöhte sich um 40 Basispunkte auf hohe 30,3 Prozent. Daran zeigt sich, dass sich die Optimierungen im Konzern durchaus positiv auswirken.

Hoffnung auf Volumenwachstum

Vor dem Hintergrund eines volatilen wirtschaftlichen Umfelds und anhaltender geopolitischer Spannungen habe sich die Dynamik etwas abgeschwächt, hiess es zum Ausblick.

Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres werde jedoch aufgrund wichtiger Projektgewinne in Schlüsselbranchen ein stärkeres Volumenwachstum erwartet, erklärte das Management um CEO Till Reuter.

Langfristig müsste dann über Skaleneffekte aber auch der Konzerngewinn wieder zulegen und die Stimmung unter den Mitarbeitern bei Messeauftritten steigen.

Investoren reissen aus

An der Börse kamen die Informationen auch negativ an. Der Aktienkurs ging gleich zum Handelsbeginn um über 5 Prozent zurück.

Eventuell hätten sich Investoren gewünscht, dass der Gewinneinbruch durch eine frühere Ad-hoc-Meldung bekanntgegeben worden wäre.

24.02.2026/kut.

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