
Die Basellandschaftliche Kantonalbank BLKB muss viele Millionen wegen Radicant in den Wind streichen. Doch das Bankmanagement wird wieder kreativ.
Manchmal ist kaum zu glauben, was es an Medienkonferenzen zu erfahren gibt.
So geschah es am heutigen Donnerstag an der Medienorientierung der Basellandschaftlichen Kantonalbank BLKB.
Gewinn sinkt nur um 7 Prozent
Das staatliche Geldhaus im Baselbiet, welches über 100 Millionen wegen der misslungenen Investition in die Online-Bank Radicant abschreiben musste, gab für 2025 einen Anstieg der Erträge um 4,6 Prozent auf fast 500 Millionen Franken bekannt.
Der Konzerngewinn sank trotz des Ausstiegs aus Radicant mit einer Belastung von 102,2 Millionen Franken allerdings nur um 7 Prozent auf 155 Millionen Franken.
Damit war ein Kunststück vollbracht.
Zahlen anpassen
Hintergrund ist die Auflösung einer Rückstellung in Höhe von 50 Millionen Franken. Dazu wollte muula.ch vom BLKB-Management wissen, wie es just zu diesem Betrag kam und dann kam es zur Überraschung.
Die Staatsbank habe die Ausschüttungen auch für das abgelaufene Geschäftsjahr konstant halten wollen, und daher habe es die Auflösung der Rückstellung exakt in dieser Höhe gebraucht, hiess es lapidar.
Konstante Dividenden seien wichtig.
Wirtschaftsprüfer stimmt zu
Die Rückstellungen für allgemeine Bankrisiken sind laut Geschäftsbericht mit rund 1,4 Milliarden Franken zwar vergleichsweise hoch.
Doch willkürlich können die Firmen keine Reserven bilden oder auflösen.
Ein Beigeschmack bleibt bei der punktgenauen Auflösung zur Konstanthaltung der Ausschüttungen, wie der Wirtschaftsprüfer PwC just diesen Betrag abgesegnet hat.
Welchen Gewinn braucht das Management, um eine konstante Dividende auszurichten – und dann wird nach Belieben an den Rückstellungen gebastelt.
Normalerweise ergibt sich das Jahresergebnis aus der Differenz von Erträgen minus Kosten.
Gutachten teilweise geheim
Beim Abschreibungsdesaster gab es eine externe Untersuchung, die Schwächen in Geschäftsprozessen feststellte. Die Verantwortlichen hatten viel zu kreativ agiert.
Der Bericht wurde aber nur in Auszügen publiziert, wie muula.ch berichtete. Dies sei aufgrund der Wahrung von Geschäftsgeheimnissen geschehen, erklärte die BLKB auf eine entsprechende Frage.
Transparenz herrscht da für Aussenstehende also nicht.
Doch schaut man auf die Willkür bei den Rückstellungen, muss die BLKB wohl die gesamte Bank unter die Lupe nehmen und nicht nur die Prozesse im Zusammenhang mit dem Radicant-Debakel.
Neues Führungsduo gesucht
Doch erst einmal muss das Geldhaus überhaupt ein neues Management finden.
In den kommenden Wochen würden die Nachfolgen für die vakante CEO-Position sowie für das Bankratspräsidium gewählt, hiess es zumindest an der Medienorientierung.
Im Vorfeld war spekuliert worden, es könnten schon am heutigen Donnerstag neue Amtsträger bekanntgegeben werden. Medienkonferenzen sind doch immer für Überraschungen gut.
26.03.2026/kut.





