
Um eine 15.000 Jahre alte Frauenfigur ist ein Streit entbrannt. Doch Basel-Stadt lenkt bei den Eigentumsrechten für Schaffhausen nun edelmütig ein.
Der Kanton Basel-Stadt hat gegenüber Schaffhausen eine freigiebige Geste demonstriert.
Im Juni 2025 hatte der Kanton Schaffhausen in Basel angeklopft, um eine stilisierte Frauenfigur aus der Steinzeit zurückzuführen.
Empfehlung gefolgt
Der Regierungsrat von Basel-Stadt gab dieser Bitte nunmehr nach, wie es offiziell in der Stadt am Rheinknie am Dienstagnachmittag hiess.
Die Skulptur wie auch ihr Fundort seien für das Geschichtsverständnis des Kantons Schaffhausen von grosser Bedeutung, erklärte Basel-Stadt zur Begründung der freiwilligen Übertragung von Eigentumsrechten.
Der Regierungsrat sei dem Antrag der Museumsdirektion, der Museumskommission und dem Rektorat der Universität Basel gefolgt, die eine freiwillige Übergabe befürworteten.
Unschätzbarer Wert
Die rund 15.000 Jahre alte Statuette aus tiefschwarzem Holz gilt wissenschaftlich als bedeutender Fund für den Kanton Schaffhausen.
Sie wurde beispielsweise in der Ausstellung «Arts et Préhistoire» im Musée de l’Homme in Paris ausgestellt. Seit Oktober 2025 ist sie als Leihgabe in der Ausstellung «Eiszeit – Leben vor 17 000 Jahren» im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen zu sehen.

Dieses Museum werde durch die freiwillige Übertragung der Eigentumsrechte von Basel-Stadt nach Schaffhausen künftig für dieses steinzeitliche Zeugnis verantwortlich sein, erklärte Basel-Stadt weiter.
Solche Objekte sind normalerweise von unschätzbarem Wert.
Erweiterung der Basler Sammlung
Im Jahr 1891 hatte der Schaffhauser Archäologe Jakob Nüesch die bedeutende steinzeitliche Fundstelle «Schweizersbild» entdeckt und danach die Ausgrabungen geleitet.
1895 kaufte das heutige Museum der Kulturen Basel 118 Fundstücke an.
1960 kamen über das Historische Museum Basel weitere rund 15 Objekte hinzu.
Schenkung als Dank
Jahrzehnte später, 1954, untersuchte der Laienforscher Willi Mamber den Fundort.
Im Aushub der alten Grabung von Jakob Nüesch fand er eine kleine, 2,8 Zentimeter hohe stilisierte Frauenstatuette aus geschnitztem Gagat, ein auch Pechkohle genanntes fossiles Holz.
1975 hatte er die Skulptur dem Museum der Kulturen Basel geschenkt und sich damit für «viele Belehrungen der urgeschichtlichen Forschung in Basel» bedankt.
Nun erhält Schaffhausen den Dank quasi zurück. Basel-Stadt hilft mit dieser grosszügigen Geste dem Geschichtsverständnis von Schaffhausen auf die Sprünge.
18.03.2026/kut.





