
Die Schweiz ist ein Land von Wohnungsmietern, wobei es regional aber grosse Unterschiede gibt. Doch der Immobilienmarkt überrascht noch mehr.
Über den Schweizer Immobilienmarkt werden viele Märchen verbreitet.
Daher lohnt es sich immer, die genauen Zahlen der Statistiker anzuschauen.
Viele leere 3-Zimmer-Wohnungen
So ist die Leerwohnungsquote derzeit keinesfalls auf historisch niedrigen Ständen, wie immer wieder kolportiert wird.
Die Schweiz hat früher bereits viel schlimmere Zeiten mit Wohnungsknappheit gesehen, wie aus den neuesten Zahlen zum Wohnungsmarkt des Bundesamtes für Statistik BFS hervorgeht.
Um das Jahr 1990 gab es grösseren Mietraummangel als derzeit.

Auch zeigt sich an der weiteren Grafik, dass viel mehr 3-Zimmer-Wohnungen leerstehen als grössere Apartments mit mehr Räumen.
Wer hätte das gedacht? Wohl niemand. Ein- bis Zweizimmerwohnungen sind deutlich mehr gefragt.

Die Schweiz sei ein Land von Mietern, erklären die Statistiker weiter.
Rund 2,5 Millionen Haushalte lebten Ende 2024 in Mietwohnungen, gegenüber 1,4 Millionen Haushalten, die in ihren eigenen Wohnungen beziehungsweise Häusern lebten.

Die Zahl der Eigentumswohnungen verdoppelte sich seit 1980 auf rund 1,4 Millionen.
Die Zahl der Mietwohnungen stieg im gleichen Zeitraum von 1,6 auf immerhin 2,5 Millionen.
Genf und Basel-Stadt für Mieter
Im Kanton Appenzell-Innerrhoden lag die Wohneigentumsquote in der Schweiz am höchsten und kam 2024 auf rund 55 Prozent.
Auch das Wallis erreichte einen Wert von über 50 Prozent. Schlusslicht ist der Kanton Basel-Stadt mit nur rund 15 Prozent.

In Genf, dem zweitletzten Kanton, lag die Kennzahl immerhin bei fast 20 Prozent. Viele Bewohner dieser Kantone sind also Mieter und keine Eigentümer.
In der Stadt am Rheinknie agieren wohlgemerkt aktivistische «Weltverbesserer», wie die Stiftung Edith Maryon, welche Immobilien dem Markt entziehen und dann grosszügig vermieten oder anderen Nutzungen zuführen.
Insofern spielen keine Marktkräfte, wie etwa in anderen Regionen der Schweiz.
Kanton Jura am günstigsten
Die durchschnittlichen Mietpreise variieren von Kanton zu Kanton ebenfalls stark.
Während Uri, Neuenburg und Jura günstig sind, kommen Zug, Zürich und Schwyz am teuersten.
Der Marktdurchschnitt der Schweiz liegt bei rund 1500 Franken.

Und noch eine Überraschung wartet am Immobilienmarkt der Schweiz auf.
Die durchschnittliche Wohnfläche in Einfamilienhäusern liegt pro Person bei rund 53 m2 und damit wieder bei einem Wert von vor 1919.
In Mehrfamilienhäusern ist der Wert bei zirka 46 m2 seit dem 2. Weltkrieg kontinuierlich gestiegen, wie das BFS weiter angab.

Vor 1919 lag die Quadratmeterzahl aber noch bei 45 m2 und rutschte dann bis zum 2. Weltkrieg auf 38 m2 ab.
In jedem Schweizer Zimmer leben seit 1990 eine konstante Zahl an Menschen, nämlich 0,6 Personen im Landesschnitt, wie aus den Kennzahlen zur Wohndichte zudem hervorgeht.
Langsame Marktbewegungen
In jeder Schweizer Wohnung leben im Schnitt 2,2 Personen, wie die Statistiker weiter herausfanden. Auch dieser Wert ist seit 1990 ziemlich konstant.
Im Jahr 1970 waren es aber noch 2,9 Personen pro Wohnung gewesen.
Ein bisschen Bewegung gibt es am langsam agierenden Schweizer Wohnungsmarkt also schon.
06.04.2026/kut.





