Axpo-Konzern braucht neues Geld

Axpo-Kernkraftwerk Beznau
Das Uralt-Kernkraftwerk Beznau gehört zur Axpo. (Bild: PD)

Der Energiekonzern Axpo nimmt wieder neue Mittel auf. Doch diesmal ist es eine speziellere Finanzierungsform, wie sich der Staatsbetrieb höher verschuldet.

Der staatliche Energiekonzern Axpo hat neue Mittel aufgenommen.

Ursprünglich wollte die Firma 100 Millionen Euro aufnehmen. Doch das Interesse sei grösser als erwartet gewesen, weshalb sich die Axpo letztlich mit 150 Millionen Euro neuverschuldete.

Schuldschein begeben

An der Transaktion, die aus zwei Tranchen mit Laufzeiten von bis zu sieben Jahren besteht, hätten sich mehr als 20 internationale Investoren beteiligt, teilte Axpo am Dienstag mit.

Der Erlös werde für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet, darunter Investitionen in neue und bestehende Energieanlagen, hiess es etwas unspezifiziert.

Doch Axpo nahm nicht einfach ein Darlehen auf, wie es sonst immer passiert. Diesmal finanzierte sich der Energiekonzern, zu dem auch das Atomkraftwerk Beznau gehört, mit einem Schuldschein.

Milliardenhilfen vom Bund

Dies ist ein privat platziertes Schuldinstrument, das häufig als Mischform zwischen einem traditionellen bilateralen Darlehen und einer Anleihe beschrieben wird.

Ein Schuldschein wird in erster Linie für die langfristige Finanzierung verwendet.

Zuletzt habe Axpo im Jahr 2022 einen Schuldschein über 600 Millionen Euro aufgenommen, erklärte der Staatsbetrieb. Dieser musste bereits von den Steuerzahlern mit einem Notkredit über mehrere Milliarden Franken gerettet werden, weil sich das Management verspekuliert hatte.

Später hatte eine Untersuchung ergeben, dass die Firma mit völlig falschen Kennzahlen und Anreizen operierte.

Milliarden bis 2029

Bereits Anfang des Monats hatte sich Axpo gigantische Gelder ohnehin gesichert.

Die ursprünglich vor zwei Jahren mit einem internationalen Konsortium von mehr als 30 Banken vereinbarte Kreditlinie wurde auf Wunsch von Axpo im November 2025 von 7,0 Milliarden Euro auf 5,0 Milliarden Euro reduziert.

Der Axpo-Konzern verlängerte die Kreditlinie um ein weiteres Jahr bis Februar 2029, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Steuerzahler haftet

Wozu es nun all die Gelder tatsächlich einsetzt, sagt das Management um CEO Christoph Brand nicht. Zuletzt war der Gewinn immer wieder stark eingebrochen, wie muula.ch berichtete.

Wer keine Mittel braucht, braucht sie auch nicht vorzuhalten, lautet eine alte Ökonomen-Weisheit, selbst wenn Investoren und Banken einem das Geld nachwerfen.

Die Risiken dürften den Steuerzahlern wohl langsam wieder über den Kopf wachsen.

24.02.2026/kut.

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