Axpo für Bau neuer Atomkraftwerke pessimistisch

Logo des Stromkonzerns Axpo in Baden auf einem Dach
Axpo sieht die Schweizer Energiepolitik an einem Scheideweg. (Bild: PD)

Der Stromkonzern Axpo hat eine Analyse zur Sicherung der Energieversorgung des Landes publiziert. Von zwei Szenarien befürwortet der Staatsbetrieb eins.

Die Schweizer Energieversorgung ist ein grosses Streitthema. Die einen wollen keine Windräder in ihren Vorgärten haben.

Andere lehnen neue Atomkraftwerke ab. Die Solaroffensive mit tausenden Photovoltaikanlagen destabilisiert das Stromnetz und löst das Hauptenergieproblem der Schweiz im Winter kaum.

Zwei Szenarien herausgearbeitet

Wie also vorgehen?

Der staatliche Axpo-Konzern präsentierte zu dieser Frage eine umfassende Analyse, welche Technologien den benötigten Winterstrom liefern könnten.

Die Lösung lautet: Eine kluge Kombination mehrerer Technologien, wie der Stromproduzent am heutigen Dienstag mitteilte.

Axpo Stromszenarien

Die umfassende Analyse von 50 Experten aus allen Axpo-Geschäftsbereichen sowie einer Zusammenarbeit unter anderem mit der ETH Zürich und dem Paul-Scherrer-Institut, untersuchte Wind, Solar, Kern und Gas im Detail.

Dabei arbeiteten die Spezialisten zwei Szenarien heraus – mit und ohne den Bau neuer Kernkraftwerke. Beide ermöglichten eine verlässliche, emissionsarme und bezahlbare Versorgung, gab sich Axpo überzeugt.

Zwei neue Kernkraftwerke

Szenario 1 besteht aus einer Mischung aus Wasserkraft, mehr Photovoltaik, deutlich mehr Windkraft sowie einigen marktaktiven Gaskraftwerken als flexible Ergänzung

Letztere bedienten die aufgrund des Ausbaus der Erneuerbaren stetig wachsende Nachfrage nach flexibler Produktion und sicherten die Winterversorgung auch bei kritischen Wetterlagen, erklärten die Stromexperten.

Vor- und Nachteile aller Stromarten laut Axpo

In Szenario 2 würde sich die Schweiz für den Neubau von zwei Kernkraftwerken entscheiden.

Diese koexistierten mit den anderen Technologien, denn auch dieses Szenario umfasste Wasserkraft, mehr Photovoltaik, mehr Windkraft sowie marktaktive Gaskraftwerke.

Neue Kernkraftwerke reduzierten jedoch den Ausbaubedarf bei allen anderen Technologien deutlich, hiess es.

Politik als Haupthürde

Für Axpo als Unternehmen stehe dieser zweite Weg aufgrund der ungeklärten Risikofragen jedoch nicht im Vordergrund, erklärte der Stromkonzern.

Ohne eine umfassende Risikoübernahme durch den Staat wären die finanziellen Risiken neuer Kernkraftwerke für keine Firma tragbar, erklärte der von CEO Christoph Brand geführte Strombetrieb.

Axpo-Empfehlung für Stromversorgung der Schweiz
Axpo spricht sich klar für Szenario 1 aus. (Screenshot: muula.ch)

Es sei unklar, ob eine derartige Risikoübernahme politisch realisierbar ist, während die breitere Risikoverteilung in Szenario 1 die politische Umsetzung eher erleichtere, so die Abwägung.

Vier weitere Schritte

Für Axpo ist auf Basis dieser Analyse klar, dass ein längerer Betrieb der bestehenden Kernkraftwerke sichergestellt werden müsste, egal welchen Weg die Schweiz beschreitet.

Zudem müsste das Land sein Förderregime hin zu einer technologieneutralen, transparenten und effizienten Förderung von Winterstrom anpassen und den Ausbau der Windkraft beschleunigen sowie die Rahmenbedingungen für Gaskraftwerke verbessern.

Windräder schmackhaft machen

Ohne Umsetzung dieser Massnahmen verblieben nur noch kurzfristig zugebaute Reservekraftwerke – im schlimmsten Fall via Notrecht – sowie steigende Stromimporte. Die Schweiz hat es also in der Hand, die Abwägungen vorzunehmen.

Die Handlungsoptionen liegen nun auf dem Tisch.

Nunmehr gilt es, der Bevölkerung beispielsweise Windräder schmackhaft zu machen.

24.03.2026/kut.

Axpo für Bau neuer Atomkraftwerke pessimistisch

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