
Wizz Air jagte Easyjet am Euroairport im Jahr 2025 deutlich Marktanteile ab. Im Hintergrund spielen beim Wachstum aber alte Migrationsentscheide die Hauptrolle.
Wer hätte mal gedacht, dass die Hauptdestitionation vom Euroairport Basel, Mulhouse und Freiburg die Hauptstadt des Kosovo, Pristina, sein wird?
Wohl niemand.
Weiterer Zuwachs
Die Zahl der Passagiere legte im Jahr 2025 an dem trinationalen Flughafen um 8 Prozent auf 9,6 Millionen zu, wie der Euroairport an seiner Jahresmedienkonferenz bekanntgab.
Hauptdestination Pristina erhöhte dabei die Passagierzahl um 1,3 Prozent auf 630.200.
Fast 2000 Personen reisen also im Schnitt jeden Tag zwischen Basel Mulhouse Freiburg im Dreiländereck und dem Kosovo.
Zuwachs bei Palma
Auf dem 2. Platz der Destinationen landete weiterhin London. Das Plus der Passagiere betrug 2025 rund 8 Prozent auf 577.000 Passagiere.
Nummer 3 ist die türkische Hauptstadt Istanbul mit einem Zuwachs von hohen 15 Prozent auf 576.300 Fluggäste.
Danach kommt diesmal schon Palma de Mallorca als beliebteste Destination der Deutschen und so manchen Schweizern. Das Plus betrug hierbei ebenfalls 15 Prozent auf 352.100 Passagiere.
Easyjet verliert Marktanteile
Hintergrund der beliebtesten Destinationen ist die Migrationspolitik.
Die Schweiz war eines der ersten Länder, welche den Kosovo als Staat anerkannten und nahm auch reichlich Flüchtlinge aus der Region um Ex-Jugoslawien auf, was die hohen Reiseströme weitestgehend erklärt.
Auch der einstige Ruf von Arbeitskräften aus der Türkei und Besuche in der alten Heimat spiegeln sich in den Zahlen wider.
Die türkische Fluggesellschaft Pegasus erhöhte als drittwichtigster Carrier nach Easyjet und Wizz Air im Jahr 2025 ihre Kapazität am Euroairport.
Die Zahl der Passagiere legte dabei um 10 Prozent auf 350.000 zu.
Easyjet, dessen Marktanteil im vergangenen Jahr um 2 Prozentpunkte auf 53 Prozent sank, beförderte rund 5 Prozent mehr Passagiere und kam auf schon 5,1 Millionen beförderte Fluggäste am Euroairport.
Skopje verdrängt Berlin
Die ungarische Wizz Air, die 12 Maschinen aus Abu Dhabi in den Vereinten Arabischen Emiraten abzog und in Europa stationierte, erhöhte die Zahl ihrer Passagiere am Euroairport um 28 Prozent auf 1,3 Millionen.
Der Marktanteil erhöhte sich um 2 Prozentpunkte auf 14 Prozent.
Die Migration spielt bei den Flugentwicklungen am Euroairport aber auch sonst eine grosse Rolle.
Die Arbeitsmigranten aus Deutschland nahm zuletzt in der Schweiz ab, weshalb beispielsweise Berlin mit nur noch zwei Tagesrand-Verbindungen auch gar nicht mehr unter den Top-10-Destinationen des Flughafens auftaucht.
Dagegen landete nun die Hauptstadt Mazedoniens, Skopje, auf Rang 10. Das Plus an Passagieren betrug im vergangenen Jahr immerhin 26 Prozent auf 194.900.
Wenig Passagiere in die Emirate
Die neue Destination Dubai mit der Billigairline Flydubai ab dem Euroairport hat sich dagegen noch nicht etabliert.
Der Flughafen verzeichnete noch sehr tiefe Sitzladefaktoren, hiess es auf eine Frage von muula.ch.
Klar, die Migrationsströme, die Flydubai sonst bedient, verlaufen andernorts.
Dennoch wolle der Low-Cost-Carrier an der Verbindung von Basel nach Dubai festhalten und rühre die Werbetrommel stärker.
Geheimnis um Geschäftszahlen
Der Euroairport zeigte sich unter der neuen Leitung von Direktor Tobias Markert aber insgesamt erfreut über die Entwicklungen, ohne aber diesmal Angaben zur Umsatz- und Gewinnentwicklung des Vorjahres zu machen.
Diese würden erst bekanntgegeben, wenn der Aufsichtsrat des französischen Staatsunternehmens die Zahlen gesehen hätte, hiess es lediglich.
Migrationspolitik der anderen Art
Der Entscheid, den Betrieb der Leicht- und Freizeitaviatik per Ende 2026 einzustellen, habe zwar Wellen geschlagen, erklärte der neue Flughafendirektor noch zum Ausblick 2026, bei dem der Euroairport wochenlang die Hauptpiste sanieren und nur von Easyjet als Monopol bedient werden wird.
Doch der Euroairport halte wegen des langfristigen Ausbaus der kommerziellen Luftfahrt daran fest, die Leicht- und Freizeitaviatik inklusive Flugschule zu vertreiben. Selbst das ist Migrationspolitik.
28.01.2026/kut.





