
Reisen bleibt für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil im Leben. Doch bei Schweizern ändert sich teilweise das Reiseverhalten sogar grundlegend.
Die Reiselust der Schweizer ist ungebrochen.
Das Reisefieber macht sich jedoch teilweise anders bemerkbar, wie aus dem Jahresausblick 2026 des Reiseanbieters Tui Suisse hervorgeht.
Badeferien und Griechenland
Zwar blieben die grossen Trends aus dem Vorjahr bestehen, erklärte Tui-Suisse-Chef Philipp von Czapiewski in dieser Woche vor den Medien.
Die Nachfrage nach Badeferien als beliebteste Reiseform der Schweizer sei ungebrochen, hiess es.
Selbst Griechenland steige in der Gunst noch weiter und das Land sei auf dem Weg als Top-Destination zu einem neuen Allzeithoch, erklärte der Reiseexperte.
Türkei als Nahziel im Fokus
Für die Sommersaison seien die griechischen Inseln besonders gefragt und würden damit erneut das Vorjahresniveau übertreffen.
Ebenfalls stark entwickele sich Ägypten mit zweistelligen Wachstumsraten, dies vor allem dank eines attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Top-Ziel im Sommer 2026 auf der Kurzstrecke ist Antalya bei Tui Suisse, gefolgt von Kreta und Mallorca auf Rang 3.
Auf der Langstrecke stünden die USA, Thailand und die Malediven auf dem Siegertreppchen der Top-Destinationen.
Parallel dazu boomten Autoreisen: Bei «Fahrferien» stünden Italien, Deutschland, Kroatien, Österreich und Frankreich ganz oben auf der Schweizer Beliebtheitsskala.
Nutzen von Randzeiten
Neu können Schweizer ab Zürich eine Flugverbindung mit Chair Airlines nach Araxos/Patras nutzen.
Auch ab Basel wächst das Sitzplatzangebot, denn das türkische Bodrum werde neu zweimal pro Woche mit der Fluggesellschaft AJet angeflogen.
Und Ferienreisende ab Genf profitieren von zusätzlichen Kapazitäten in die Türkei.
Doch nicht nur das Angebot ändert sich. Schweizer verlängerten auch die Sommersaison in den Frühling und in den Herbst, stellte Tui Suisse fest.
Vielleicht last-minute zur WM
Dabei würden Frühbuchungen beliebter, erklärte von Czapiewski zur Geschäftsentwicklung.
Die frühe Buchbarkeit und die damit verbundene Planungssicherheit seien vor allem bei Familien beliebt: Der Familienanteil liege aktuell bei über 40 Prozent.
In der laufenden Hauptbuchungsphase für den Sommer zögen die Buchungen schon weiter an, so Tui Suisse zur Situation. Doch selbst Last-Minute werde erneut beliebter.
Dabei hofft der Reiseanbieter, dass gerade dies für die Fussball-Weltmeisterschaft in den USA greift, denn da gebe es noch Potenzial für die vorhandenen Kapazitäten.
Geld sitzt lockerer
Noch zwei Auffälligkeiten sind bei Reisen der Schweiz erkennbar.
Einerseits liegt die Zahlungsbereitschaft der Schweizer rund 10 bis 20 Prozent höher als 2019. Eine bessere Hotelkategorie sowie längere Ferienreisen hatte der deutsche Tourismuskonzern bereits für viele Schweizer nach der Coronavirus-Pandemie festgestellt.
Nun zeigt sich, dass hierzulande auch langfristig mehr Geld für das Fernweh zur Verfügung steht, obwohl der Schweizerfranken ohnehin stark ist.
Beim Reisen wird nicht geknausert.
Digitalisierung hält Einzug
Andererseits verändert sich im Reisemarkt derzeit vieles mit Künstlicher Intelligenz KI.
Die Kundschaft lasse sich immer mehr von ChatGPT, Gemini, Perplexity & Co. inspirieren, und da müssen Reiseveranstalter auch gleich mit Buchungsmöglichkeiten präsent sein.
Bei Tui, dem deutschen Reisekonzern mit rund 24 Milliarden Euro an Jahresumsatz, würden zudem Kundenfeedbacks sowie Kundenbeschwerden mittels KI analysiert beziehungsweise rascher bearbeitet.
Die Digitalisierung verändert selbst beim Reisen alles. In manchen Punkten bleiben Schweizer aber auch sehr traditionell. So gehen viele weiterhin in Reisebüros, um eine persönliche Beratung für die schönsten Wochen im Jahr zu erhalten.
Neue Normalität
Unter dem Strich reisen Schweizer viel, aber bewusster.
Sie sichern sich früh gute Angebote, nutzen dennoch Last-Minute-Chancen, ziehen Frühling und Herbst stärker in Betracht und sind bereit, für Qualität und passende Konzepte mehr zu zahlen.
All dies könnte zur neuen Normalität der Schweizer Reiselust werden.
18.01.2026/kut.





